Die Abweichung vom Ursprung

 Pornographie als Beispiel

Wenn man keine Erfüllung im Ewigen findet, sucht man es anderswo. Das ist für jeden Ungläubigen normal. Aber für einen Christen? Da stimmt doch etwas mit dem Begreifen und der Vermittlung des Evangeliums nicht. Wie anders ist es zu erklären, dass viele Christen Pornographie schauen, ja selbst Prediger und Pastoren?
Bei einer freiwilligen Umfrage im Internet gaben 50 % aller christlichen Männer und 20 % aller christlichen Frauen an, von Pornographie abhängig zu sein. 60 % Prozent der Frauen, die bei der Befragung antworteten, gaben zu, bedeutende Kämpfe mit Lust zu haben, 20 % der zur Kirche gehenden weiblichen Befragten kämpfen mit dem beständigen Anschauen von Pornographie.
(Ergebnisse einer ChristiaNet Untersuchung, berichtet von Marketwire.com, 07.08.06, Clay Jones)
Bei einer Befragung von über 550 christlichen Männern auf einem Männerseminar gaben über 90 % an, dass sie sich von Gott getrennt fühlten wegen Lust, Pornographie oder Phantasien, die sich in ihrem Leben festgesetzt hatten. (http://newmanmag.com Juli/August 2003). Diese erschütternden Statistiken könnten sicher noch beliebig vermehrt werden, aber sie genügen, um einen Einblick in die Seelenlage vieler Gläubigen zu erhalten. Da klingt jedes Gerede von der Erlösung durch Jesus Christus wie blanker Hohn.
Hier fehlt es ganz eindeutig an christlicher Substanz. Dass immer weniger Menschen vom christlichen Glauben etwas wissen wollen und die Kirchen verlassen, ist notwendige Konsequenz davon. Die Substanzlosigkeit aber offenbart sich nicht allein auf dem Gebiet des Sexuellen, sondern überall im christlichen Glauben. Wo es am Wesentlichen fehlt, nämlich in der Freude, im Glück am Herrn, fehlt es an allem.

Christen leiden an Unterernährung

Der christliche Glaube ist schwach, weil Christen an Unterernährung leiden – aber auch noch diesen Zustand für normal halten, weil er schon so lange andauert. Man hat keinen Bedarf, etwas daran zu ändern. Diese Lage entspricht genau der der Gemeinde von Laodizea in der Offenbarung des Johannes (Offb 3,14-22). Dieser Gemeinde wird empfohlen „Augensalbe“ zu kaufen, damit sie sehend werde (V. 18). Was bedeutet das? Die Gemeinde und ihre Leiter sind blind ! Sie sind blinde Blindenführer! Ist das nicht erschütternd? Da wird in den Kirchen und Gemeinden überall vor Verführung gewarnt. Und wo sieht man nicht überall den Feind? In der Esoterik, im Okkultismus, in der Mystik, in der Wissenschaft, in der Philosophie – kurz in allem, das anders ist, als dem, was wir für richtig befinden! Aber die Verführung ist mitten unter uns. Sie ist in uns selbst. In jedem einzelnen! An uns ist es, sich das einzuzugestehen und nach Veränderung zu streben (V. 19).

Die Kontinuität der Fehlentwicklungen

Die Fehlentwicklungen des Christentums begannen schon sehr früh. Sie begannen bereits zur Zeit der Apostel. Aber sie konnten diesen noch einen gewissen Einhalt gebieten. Das musste sich naturgemäß ändern, wenn Männer von geringerem Format als diese, und demzufolge von geringerem Verständnis, die Geschicke der Gläubigen leiteten.

Der Bischof Polykarp, der Paulus noch persönlich kennenlernte, gesteht bereits, dass er vieles nicht begreife. „Brüder, nicht ich selbst habe es mir herausgenommen, euch dies über die Gerechtigkeit zu schreiben, sondern (ich tat’s,) weil ihr mich dazu aufgefordert habt. Denn weder ich noch sonst einer meinesgleichen kann der Weisheit des seligen und berühmten Paulus gleichkommen, der persönlich unter euch weilte und die damaligen Leute genau und untrüglich unterrichtete im Worte der Wahrheit, der auch aus der Ferne euch Briefe schrieb, durch die ihr, wenn ihr euch genau darin umsehet, erbaut werden könnt in dem euch geschenkten Glauben;“ (Brief des Polykarp von Smyrna an die Gemeinde von Philippi 3,1-2.)

Ein anderer Bischof durchreist Kleinasien, nur um sich wegen ein paar Feiertage abzusprechen. Gab es denn nichts Wesentlicheres zu tun ? Eben hatte man noch vom bedeutendsten Ereignis der Menschheitsgeschichte gehört und dann ist einem schon etwas anderes wichtig…
Der Abstieg von der Anfangshöhe christlichen Glaubens setzte sich bis in unsere Zeit kontinuierlich fort. Wohl gab es hin und wieder auch Aufschwünge, aber nie mehr wurde der Glanz der frühen Zeiten erreicht. Die Entfaltung des Reichtums, der uns in Christus gegeben ist (Kol 2,3), unterblieb weitgehend.

Die Verkehrung des Evangeliums

Das Ziel der Gläubigen wurde immer weniger, dass sein Reich, das „nicht von dieser Welt“ und deshalb unsichtbarer Natur ist, komme (Jo. 18,36, Mt. 6,10), sondern sich eines Platzes im Leben nach dem Tod, das man als „ewiges Leben“ missverstand, zu versichern. Wollte man dies zunächst noch durch einen bestimmten Lebenswandel erreichen, so sollte ab Luther allein die Gnade genügen, um nach dem Tod ins „Himmelreich“ eingehen zu können.
Aus der „engen Pforte“ wurde enges Denken, aus dem Jagen nach der Heiligung – ohne die niemand den Herrn schauen wird (Hebr. 12,14), wurde gemütlich – bürgerliches Leben, aus einem erfüllten, sinnvollen Leben im Hier & Jetzt, wurde Erlösung durch den Tod. Christen verbannten Christus immer mehr von der Erde!
Nicht länger war er das, wozu er gekommen war: Neues, erlöstes Leben, das sich mittels des Glaubens und der Erkenntnis, Erfüllung bringend und Krankheit und Tod überwindend, in uns entfalten wollte (Mt, 13,33). Eine größere Abweichung vom ursprünglichen Glauben konnte es nicht geben!
Verwundert uns also noch, dass immer weniger Menschen von Christus wissen wollen?

 

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Erwachsen werden

 

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.

Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum. (Eph. 4, 11-13)

Kommt das überhaupt noch in unseren Blick, das, was der Apostel da schreibt, die Mannesreife, das Maß der vollen Reife Christi? Brüsten sich im Gegenteil nicht viele ihrer Unvollkommenheit und ihres Versagens und dass sie doch nur durch Christi Gnade in den Himmel kämen? – Ja, wozu sind wir dann überhaupt von neuem geboren, von „oben“ geboren worden  ?

Kinder Gottes zu sein, bedeutet aus dem gleichen Geschlecht zu stammen wie Jesus Christus (Joh 1,13). Als neue Schöpfung (2. Kor 5,17) sind wir nicht mehr dem „Menschlich-Allzumenschlichen“ unterworfen. „Fleisch und Blut“, d.h. die Identifizierung mit unserem physischen Körper und seinen Bedürfnissen, soll nicht mehr bestimmend für uns sein. Wir sollen in der Kraft Gottes leben, durch die wir alles vermögen (Phil 4,13)!

Mit unserem geistlichem Wachstum sollte es sich nicht anders als bei einem gesunden natürlichen Wachstum verhalten. Das Menschenkind ist dazu bestimmt, laufen und sprechen zu lernen. Es soll lernen, sich in der natürlichen Welt zurechtzufinden, ohne fremde Hilfe leben und selbstständig Aufgaben erledigen zu können. Erst wenn es das alles kann, ist das Ziel der Geburt erreicht.

Auch wenn das Kind immer wieder im wörtlichen und später im übertragenen Sinne, hinfällt, kommt ihm gar nicht in den Sinn, dieses Versagen als seine eigentliche Natur zu betrachten. Im Gegenteil, es freut sich über jeden Fortschritt, den es macht. Wie freut sich besonders ein Kleinkind! „Schau Mutti, schau Vati, was ich alles kann!“ Natürlich gibt es auch im natürlichen Leben Menschen, die sich als Versager fühlen. Doch je mehr sie sich mit dem Versagen identifizieren, umso unfähiger werden sie.

Kein gesunder Mensch kommt auf die Idee, besonders schlecht zu sein, damit anderen Menschen die Ehre zukommt, gut dazustehen und auf ihn herabzusehen!

Aber in Glaubensdingen meint man Gott dadurch die Ehre zu geben, dass man als Versager, als ständig armer Sünder dasteht!

Nein, und abermals Nein! Man gibt Gott die Ehre, wenn man seine Taten tut, sein Wesen verkörpert. Und das kann man eben nur, wenn man sich bewusst ist, wer man ist: Ein Kind Gottes, nicht mehr der Mensch aus Fleisch und Blut!

Ein Kind kann noch nicht begreifen, wer es wirklich ist. Es weiß noch nicht, was das Menschsein ausmacht. Ohne die Hilfe Erwachsener kann es nicht wirklich Mensch werden. Ebenso wenig kann der Babychrist ohne die Hilfe fortgeschrittener Christen reifen, ja zur vollen Mannesreife in Christo kommen.

Aber, was ist es, was wir heute erleben? – Eine zerrissene Christenheit mit einer Unzahl von Lehren und Meinungen. Überall nur Unmündigkeit! Babychristentum!

Wo sind die Christen, die Gewisses  über Glaubensdinge, über die spirituellen Zusammenhänge, sagen können? Wo sind die Christen, die ein übernatürliches Leben leben und Wunder tun?

Hört auf, Euch selbst zu betrügen! Ihr, die ihr meint rechtgläubig zu sein, ihr seid nicht reich, sondern arm. Kauft Augensalbe, dass ihr sehen könnt!

Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.“ (Offb 3,18)

Die Irrlehren der STA und der „Zeugen Jehovas“

Irrlehren haben gemein, dass sie logisch widersprüchlich sind. Das zeigt, dass eine solche Lehre unwahr sein muss. Man kann nicht behaupten, weiß sei schwarz. Das geht einfach nicht. Solche Ungereimtheiten sind in den Lehren über den Tod bei den Siebenten Tag Adventisten und den „Zeugen Jehovas“  erkennbar.

Beide behaupten, und belegen das mit ausgesuchten Bibelstellen, dass der Mensch, wenn er physisch sterbe, völlig tot sei – also nichts den Tod überlebe. Darin unterscheiden sie sich von allen großen Kirchen und Freikirchen, die die Unsterblichkeit der Seele lehren. Auch diese Lehre wird mit Bibelstellen belegt.

Nun könnte man heute, wo zahlreiche Indizien für die Souveränität der Seele und ihr Weiterleben nach dem Tod sprechen, einfach über solche Behauptungen hinweggehen. Aber damit ist einem Anhänger der STA oder „Zeugen Jehovas“ nicht geholfen. Beide Gruppierungen verstehen sich ja als besonders biblisch und Gott treu, da sie eben nur auf die Bibel bauen und alles andere ablehnen. So sei eben die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele nur eine Übernahme aus dem Heidentum und die Erfahrungen der Menschen, die für ein Überleben sprechen, Täuschungen Satans.

Selbstverständlich kann man niemals einen Zugang zur Wahrheit finden, wenn man nur die Bibel aus sich selbst verstehen will. Die Texte nehmen auf die Realität als solche und wie sie im zeitgeschichtlich – kulturellen Rahmen erfahrbar war, Bezug. Wir würden heute noch denken, dass die Erde eine Scheibe sei und die Sonne sich um sie drehe, wenn wir nur die Bibel akzeptierten. Wer also eine Sonderlehre aufrecht erhalten will, muss die Realität, oder Teile von ihr, ignorieren.

 

Doch wenden wir uns nun der Lehre der STA zu (die Lehre der „Zeugen Jehovas“ erledigt sich da gleich mit).

Die STA stellt fest: „Besitzt der Mensch keine Unsterblichkeit, enden bei seinem Tod Denken, Fühlen, Wollen und Handeln (Prediger 9,5.6.10). Die Bibel vergleicht seinen Zustand mit einem Schlaf, aus dem er am Ende der Welt aufwachen wird (Johannes 11,11; Daniel 12,13).“  (Quelle: Internationales Bibelstudien – Institut )Hier ist bereits der erste Widerspruch feststellbar. Wenn der Mensch schläft, dann ist er eben nur geistig-seelisch abwesend, aber nicht tot! Wenn also der Tod mit dem Schlaf vergleichbar sei, dann ist eben die Seele geistig-seelisch für immer vom Körper abwesend, aber selbst nicht tot!

„Die Macht des Todes kann die Persönlichkeit nicht zerstören oder auflösen. Wenn wir auch einen völlig neuen Leib [bei der Auferstehung] erhalten, so bleibt doch die Individualität bestehen.“ (Quelle: Eberhard Fischdick in „Was erwartet uns nach dem Tod?“, GTB 1986) Wenn also die Persönlichkeit, die Individualität durch den Tod nicht zerstört wird, dann lebt ja doch die Seele weiter. Denn es ist ja gerade die Persönlichkeit, die Individualität, die einen Menschen vom anderen unterscheidet. Der Leib ist bei allen Menschen im Wesentlichen gleich, also das Unindividuelle. Deshalb sagt Jesus eindeutig: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.“ (Mt. 10,28)

Die Seele kann den Tod in sich tragen, wie das beim Sündenfall begann und damit den Leibestod bewirken und sie kann so verdorben werden, dass sie ihr Leben als Qual empfindet, aber sie kann niemals getötet werden. In diesem Sinne ist die Seele unsterblich. Aber die Bibel unterscheidet von dieser Unsterblichkeit eine andere: Der Mensch ist in der Tat nur vollständig, wenn er einen physischen Körper hat. Diese Unsterblichkeit erlangt er erst, wenn seine Seele von den sündigen, also den tödlichen Inhalten vollständig gereinigt ist.

 

 

Die größte Befreiungsaktion aller Zeiten

Das hatte es bis dahin noch nicht gegeben: Ein Mensch wird zu Tode geschunden und steht nach drei Tagen von den Toten wieder auf! Aber nicht so, wie ein Scheintoter wieder ins Dasein zurückkehrt, sondern in einem physischen Leib von einer neuen Qualität! Einem Leib, der, wie der erste Leib der Menschheit, der Leib Adams, unmittelbar aus der geistigen Welt verdichtet, materialisiert wurde.

Einen Hinweis auf diesen Materialisationsprozess finden wir in der kurzen Andeutung des noli me tangere „Rühre mich nicht an“ (Jo 20,17) , als Maria Magdalena ihn offensichtlich berühren wollte. Die Dichte seines Körpers ließ das noch nicht zu. Während bei der Begegnung mit dem ungläubigen Thomas dieser sogar aufgefordert wurde, seinen Finger in die Wunden Jesu zu legen (Jo 20,24-28). Nun hatte also der neue Leib unseres HErrn die Beschaffenheit, wie wir sie von uns kennen. Aber die äußere Erscheinungsform täuschte: Dieser Leib war nicht mehr der Verwesung unterworfen. Er konnte beliebig materialisiert und dematerialisiert werden. Das Auffahren in den Himmel (Luk 24, 50-53) ist ein Dematerialisieren seines Leibes gewesen. Das Verwesliche hatte erstmals das Unverwesliche angezogen, ein Prozess, der auch im Leben eines jeden wahrhaft Gläubigen stattfinden soll (1. Kor 15,54).

„Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?…(1. Kor 15.55).

Weil wir, als Kinder Gottes – gleichen Geschlechts wie der Sohn (Hebr 2,11) – Fleisch und Blut haben, musste der Sohn auch Fleisch und Blut annehmen, um uns, die wir „durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten“, erlösen zu können (Hebr. 2,15). Der Tod ist das Grundübel der Menschheit und die Gefangenschaft des menschlichen Geistes konnte nur beendet werden, indem dem Menschen gezeigt wurde, es gibt keine wirkliche Vernichtung, wie sie durch die Wahrnehmungen in der physischen Welt suggeriert wird.

Nun gibt es für den Menschen nichts mehr zu fürchten! Er kann aufatmen, tief durchatmen! Wir sind frei, absolut frei! 

Freilich müssen wir diese Tatsache in einem lebenslangem Prozess der Heiligung erst richtig verinnerlichen. Es muss uns diese Tatsache so recht deutlich werden.

Hurra, wir haben nicht länger einen sklavischen Geist, der sich vor so vielem fürchtet, sondern die Furcht kann völlig besiegt werden! (Rö 8,15). Nicht länger sind wir den Elementen dieser Welt unterworfen (Gal 4,9; Kol 2,8; Kol 2,20). Deshalb eröffnen sich uns ungeahnte Perspektiven„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.“ Joh 14,12, Mark 16,18) !

Christen müssen nicht mehr irgendwelche Forderungen, von wem sie auch kommen mögen, erfüllen. Sie sind frei, ihr göttliches Leben (2. Petr 1,4) zu verwirklichen. Damit muss nicht gewartet werden, jeder kann sofort damit beginnen, der das begreift!

Wer allerdings das nicht irgendwann zu fassen vermag, wird natürlich weiterhin von Ängsten der vielfältigsten Art beherrscht bleiben und so weiter als ein Unfreier und Leidender durch die Welt gehen. Er wird der „Alte Mensch“ bleiben, auch wenn er meint, erlöst zu sein.

Wir können die Welt überwinden, weil Jesus es konnte und wir aus gleicher Quelle und Kraft leben.  „Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh 16,33)
„Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. (1. Jo 5,4)

 

 

 

Die beiden Schöpfungsberichte der Bibel

Wer heute die Bibel liest, möchte gern den Schöpfungsbericht – genaugenommen sind es zwei – in Zusammenklang mit der Naturwissenschaft bringen und stellt dabei fest, dass das nicht geht. Man übersieht dabei, dass die Naturwissenschaft nur vom materiellen Weltall spricht und auch nur von diesem sprechen kann. Dagegen will die Bibel aufzeigen, wie überhaupt erst Materie entstanden ist. Die Bibel spricht von dem, was vor dem von der Wissenschaft postulierten Urknall geschah.

Die Schöpfung entspringt dem Geist – denn Gott ist Geist. Erst das Endprodukt ist Materie, die bildlich gesprochen, „gefrorener Geist“ ist. Alle Gestaltungen entstehen zuerst auf den „inneren Ebenen“, den „jenseitigen Ebenen“ des Kosmos und werden zuletzt physisch sichtbar.

Selbst Adam ist in dem Sinne nicht materiell, wie wir uns einen Menschen heute vorstellen. Wie sollte sonst von ihm eine „Rippe“ entnommen werden, um daraus Eva zu formen?

Evolution und Tod

Eine Evolution als ein Nach- und Nebeneinander von Gestaltwerdungen ist selbstverständlich. Das macht sogar der erste Schöpfungsbericht deutlich. Nur erfolgte eben auch das zeitliche Hervortreten der Arten im irdisch – materiellen Bereich nicht aufgrund materieller Faktoren, sondern geistiger. Man kann sagen, überall da, wo die Naturwissenschaft von Zufall spricht, ist das geistige Wirken verborgen.

Wenn der erste Schöpfungsbericht davon spricht, dass alles sehr gut gewesen sei, so bezieht sich das nur auf den Schöpfer, denn die Schöpfung entstand nicht um der Menschen oder Tiere willen, sondern um Gottes Willen, als sein Selbstausdruck.

Die Planzen- und Tiergestalten, die wir auf der sinnlich-sichtbaren Ebene wahrnehmen, zeigen bereits mehr oder weniger alle die Merkmale einer „gefallenen Schöpfung“, d.h. einer Schöpfung, in der der Tod herrscht. Besonders im Tierreich tritt schon in der Gestaltung – man denke an die Fress-, Beutefang- und Täuschungswerkzeuge – das Leben auf Kosten anderen Lebens in Erscheinung. Daran erkennt man, dass der Sündenfall bereits vor dem Erscheinen der Pflanzen und Tiere auf unserer Erde stattgefunden haben muss. Nur so konnte die gesamte Schöpfung durch des Menschen Fall der Vergänglichkeit unterworfen werden (Rö 8,21).