Der Geist weht, wo er will

Vor einigen Tagen bekam ich überraschend von Amazon ein Buch zugeschickt. Es handelt sich um die neuesten „Gespräche mit Gott“ von N. D. Walsch mit dem Untertitel „Das Erwachen der Menschheit“. Der Absender meinte, es habe ihn an meine Hauptthese erinnert. Diese besteht ja, wie jeder meiner Blog-Leser wissen kann, darin, dass wir uns selbst als ewige, göttliche Wesen bewusst werden müssten, damit alle Probleme gelöst würden. Genau das verkündet auch Walsch!

Das freut mich deshalb besonders, weil es sehr frustrierend ist, immer wieder zu erleben, wie das eigene Wirken im Willen Gottes so wenig äusseren Erfolg zeigt. Da wird von uns Christen immer wieder gejammert über den schlechten Zustand der Welt und den Abfall der Kirchen vom „Wort Gottes“. Aber anstatt selbst zu erwachen, redet man immer nur gedankenlos in christlichen Stereotypen. So kann man aber weder sich selbst, noch der Welt helfen.

Da ist es eben ermutigend zu sehen, dass Gott mehr Möglichkeiten hat, als über Organisationen, die Bibel und derer, die sich allein für befugt halten, das Evangelium zu verkündigen, zu wirken. Sonst müsste man langsam tatsächlich verzweifeln. Nicht über die Welt, aber über die Mitbrüder und -schwestern.

In die gleiche Richtung geht, dass mir dieses Jahr durch einen Fund auf der Straße zwei neuwertige, dicke philosophische Bücher in die Hände gerieten. Ich fasste das so auf, dass es nun „dran“ wäre, mich etwas eingehender mit Philosophie zu befassen. Was für eine Überraschung erlebte ich auch da! Viele Erkenntnisse, die ich auf meinem Glaubens- und Heiligungsweg erlangen konnte, fand ich bereits bei Kant, Schelling, Hegel, Fichte oder Schopenhauer ausgesprochen. Da kann man sich nur wundern, wie platt es trotz dieser Geistesgrößen in Theologie und Verkündigung zugeht.

Für mich steht es schon lange fest, dass Gott sich nicht in zwei Buchdeckel einklemmen lässt und seitdem schweigt. Das Wesentliche ist, dass wir selbst die Wahrheit erkennen können und sollen (Jo 8,32; Eph 4,13; Phil 1,9; Kol 2,2-3; 2. Petr 1,5 u.a.). Denn nur wenn es keine Erkenntnisgrenzen gibt, kann es Fortschritt geben. Einen Beweis dafür stelle ich auch selbst dar. Wenn Menschen von unterschiedlichen Ausgangspunkten zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen, dann muss an der jeweiligen Sache, wie man volkstümlich sagt, etwas dran sein.

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