Der Leib – Tempel des Heiligen Geistes

Paulus ermahnt die Korinther, sich darauf zu besinnen, dass ihr Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Kor. 6,19). Wenn das der Fall ist, dann fragt man sich natürlich, weshalb man dann noch krank ist. – Die Antwort darauf kann eigentlich nur lauten: Wir hindern den Heiligen Geist am Wirken! Permanent könnte in unserem Leben Heilsames geschehen, wenn uns nicht anderes viel wichtiger sein würde.

Christen sollte bekannt sein, dass allein die Erbsünde und unsere ganz persönlichen Sünden für alles Leid, das wir erleben, verantwortlich sind. Wenn es uns also gut gehen soll, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Sünden zu erkennen und sie durch Liebe zur Wahrheit aufzulösen (1. Kor. 11,31)! Das geschieht nicht von Heute auf Morgen. Denn es ist ein energetischer Prozess. Der Erfolg tritt dann ein, wenn die Liebe zum Richtigen stärker geworden ist als der energetische Fixpunkt, Kristallisationspunkt, der für das besondere Leid verantwortlich ist.

Hinter allen chronischen oder gar „unheilbaren“ Krankheiten liegt eine tief verwurzelte, also lange vorhandene – und deshalb starke – Fehlhaltung. Es dauert deshalb entsprechend lange, ehe man da frei werden kann. Aber selbst, wenn einem nichts weiter übrig bleibt, als sie zu akzeptieren, sollte man nach ihren geistig-seelischen Ursachen forschen. Denn es sind immer die Vorstellungen und Gedanken, die wir für unser persönliches Leben als wichtig (- und da wieder unterschieden nach dem Grad der jeweiligen Gewichtigkeit – ) ansehen, die unsere Lebensenergie in die entsprechende Richtung lenken.

Nun könnten viele sagen: Nein das ist falsch! Jesus heilt, und ich brauche ihn nur darum zu bitten. Gut, dann sollen es diejenigen tun. Das eine widerspricht ja dem anderen nicht. Nur weshalb wird man heute nicht mit einem Schlag heil, wie damals, als Jesus unter den Menschen weilte? Auch heute noch fährt man zu diesem oder jenem Heiler oder erwartet in einer charismatischen/pfingstlerischen Veranstaltung Sofortheilung. Man beachtet da überhaupt nicht, dass die Heilungen zur Zeit Jesu Zeichen waren. Zeichen einer Vollmacht! Diese Zeichen befreiten den Menschen nicht von den Veranlagungen zu dieser oder jener Krankheit, sondern nur von den Symptomen. Genauso ist es bei allen Heilungen, die von Außen, also durch andere Menschen bewirkt werden, seien es geistige oder ärztliche „Heilungen“. Die Veranlagungen kann nur jeder ganz persönlich ändern. Denn wenn eben die Liebe zu bestimmten Sünden bzw. Fehlhaltungen durch Sorge oder Furcht weiter bestehen, dann treten eben früher oder später die gleichen oder ähnliche Symptome auf. Deshalb sagte auch Jesus: „Sündige nicht mehr“ (Joh. 5,14; 8,11).

Wir sehen also, dass unsere Vorstellungen von einem christlichen Leben oft ganz verkehrt sind und wir deshalb so wenig Gutes erleben!

Alles steht in unserer Hand, da uns alles gegeben ist (2. Petr. 1,3).

Die Leute sagen oft zu mir: ‚Bittet für mich!‘ Dann denke ich: ‚Warum geht ihr aus? Warum bleibt ihr nicht in euch selbst und greift in euer eigenes Gut? Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch.‘“ (Meister Eckhart, 1260–1328)

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