Die Sünde wider den Heiligen Geist

Man kann als Christ in Anfechtungen kommen, in denen sich der Gedanke aufdrängt, man habe wider den Hl. Geist gesündigt, also die Sünde begangen, die nicht vergeben werden kann (Mt. 12,31-32; Mk. 3, 29; Lk. 12, 9-10).

In solchen Situationen ist man in den Regel nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Deshalb sollte man frühzeitig wissen, was mit ihr gemeint ist und weshalb sie nicht vergeben werden kann.

Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in den zukünftigen.“ (Mt. 12, 31-32).

Wenn wir den Kontext betrachten, in dem Jesus das sagt, dann sehen wir, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten die Heilshandlungen Jesu nicht einem guten, sondern einem bösen Geist zuschreiben. Wenn man aber das Gute böse nennt, dann will man nichts mit ihm zu tun haben und dann kann einem auch nicht geholfen werden. Gott oder auch einem Menschen wird damit die Wirkmöglichkeit genommen. Denn nur die Wahrheit ist heilsam. Wahrheit bleibt Wahrheit, ob das jemandem gefällt oder nicht. Darüber kann man nicht hinwegsehen, was ja „vergeben“ bedeuten würde.

Natürlich bedeutet die Sünde wider den Hl. Geist nicht, dass ein solcher Mensch für alle Zeiten unrettbar verloren ist. Eine Sinnesänderung kann auch bei den Menschen eintreten, die tatsächlich eine solche Sünde begangen haben. Und sei es durch Schicksalsschläge, die sie zur Besinnung bringen. Aber solange man Gutes böse, Richtiges falsch nennt, bleibt man Bösen, im Irrtum. Daran kann nichts geändert werden.