Laien und Experten

Der Unterschied dürfte klar sein. Die Experten sind diejenigen, die wirklich etwas von einer Sache verstehen, die kompetent sind. Von den Laien erwartet man das nicht.

Jeder, der wirklich etwas wissen will oder in irgendeiner Sache Hilfe benötigt, wendet sich deshalb lieber an einen Fachmann, denn an einen Dilettanten. Niemand wird sich gern von einem Bäckermeister operieren lassen, nur weil der sich ein paar Filme über Operationen angeschaut hat und einige anatomische Kenntnisse besitzt.

In religiösen Dingen ist es aber in den weitaus meisten Fällen umgekehrt: Da hat der Nichtwisser das Sagen! Weshalb das so ist, ist einfach zu verstehen.

In religiösen Dingen muss man, um von ihnen kompetent reden zu können, in Dimensionen vorgestoßen sein, die dem normalen Menschen verschlossen sind. Das drückt Paulus so aus: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen“ (1. Kor. 2,14). Der natürliche Mensch ist also für alles Spirituelle blind!

Man kann zwar Theologie studieren und damit etwas wissen über die Zeit der Entstehung biblischer Texte, über das, was dieser oder jener innerhalb der Kirchengeschichte gesagt hat, man kann die Bibel studieren und die verschiedensten Zusammenhänge zwischen einzelnen Textstellen herstellen – aber damit bleibt man, so nötig das alles auch sein kann, trotzdem noch im Äusseren. Man hat damit noch keine geistliche Kompetenz. Denn die innere Anschauung dessen, was geglaubt werden soll, fehlt.

Aus diesem Mangel erklärt sich die Zerstrittenheit der Christen. Jeder hat seine Meinung, aber nicht die Wahrheit! So sind die einen geneigt zu sagen, es komme nicht auf irgendwelche Ansichten an, sondern allein auf die Liebe. Doch das ist dann oft nur ein Wort für spirituelle Gleichgültigkeit. Es führt deshalb zu einer Nivellierung, zu einer Absage an jedes Wahrheitsstreben. Damit stirbt auch die Liebe, denn sie schwebt nicht im luftleeren Raum, sondern wächst und gedeiht nur unter bestimmten Bedingungen.

Das andere Extrem ist der Fanatiker. Er wird so sehr von Unsicherheit beherrscht, dass er keine Abstriche von seiner einmal gefassten Meinung machen kann und diese jedem anderen aufzudrängen versucht. Solche Menschen sind besonders unter den Fundamentalisten zu finden. Sie streben nach der reinen „biblischen Lehre“ und wollen nichts wissen als das, was explizit in der Bibel steht. Sie übersehen dabei völlig, dass es eine „biblische Lehre“ nur geben kann, wenn man Erkenntnisse hat, die über das in der Bibel Gesagte hinausgehen. Denn die Bibel ist kein systematisches Lehrbuch.

Ihr Weg führt deshalb in die Erstarrung. Man kann das sehr deutlich an kleinen Gemeinschaften sehen, die in dieser Hinsicht besonders fromm sein wollen. Vor wenigen Jahren konnte man eine Dokumentation über die Mennoniten in Mexico sehen. Zum Gottesdienst war das Filmteam nicht zugelassen. Danach aber interviewten sie zwei Besucherinnen nach dem Inhalt der Predigt. Die Antwort: „Es wurde gesagt, dass wir uns bekehren sollten“.

Das also war der Inhalt der Predigt in einer Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten von der Welt isoliert lebt! Da erwartet man, dass tiefe Geheimnisse enthüllt würden, da ja die Anfangsbedingungen jedem Glied der Gemeinschaft von Kind auf intus sein müssten – stattdessen dieser Appell an Erwachsene! Wo ist da Glaubenswachstum? Wo ein Hineinwachsen in eine unbekannte Dimension (s.o.) ?

Als Fazit können wir sagen, wir gewinnen nichts wenn wir auf die christlichen Sadduzäer oder Pharisäer hören, die heute wie damals das religiöse Leben dominierten. Sie können uns nichts über die wahren Hintergründe der Welt, nichts über die spirituellen Dimensionen oder gar Gottes Wesen sagen, da sie es nicht kennen. Das ist allein, natürlich graduell verschieden, Erkennenden und Heiligen beschieden. Von diesen gibt es nicht viele…

Advertisements

Die Bibel ist kein naturwissen-schaftliches Buch

Eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Aber dem ist nicht so. Viele, die ernsthaft Christ sein wollen, meinen nämlich, dass gerade die Bibel das sein müsste. Weil sie „Gottes Wort“ sei, müssten die Angaben der Bibel zur Natur wahr, und deshalb naturwissenschaftlich unanfechtbar sein. Als ich Christ wurde, war das auch meine Überzeugung. Ich bemühte mich deshalb, mit naturwissenschaftlichen Mitteln die „Wahrheit der Bibel“ zu beweisen – so wie es heute noch viele tun – und scheiterte kläglich…

Man übersieht bei dieser ganzen Sache eines: Zur Zeit als die biblischen Gestalten lebten und die einzelnen Texte der Bibel niedergeschrieben wurden, gab es gar keine Naturwissenschaft. Diese hat sich im Wesentlichen erst seit Kopernikus, also seit dem 15. Jahrhundert, entwickelt.

Hätte Gott zu den Menschen der damaligen Zeit naturwissenschaftlich geredet, er wäre nicht verstanden worden! Aber darum geht es ja. Gott muss von denen verstanden werden, zu denen er reden will. Das war in den damaligen Zeiten geozentrisch, also von dem aus, wie die Menschen die Erde und das All ohne technische Hilfsmittel wahrnahmen und anthropomorph, d.h. analog wie die Menschen sich selbst und die Umgebung empfanden.

Wenn ein Mensch auf einen anderen Menschen zornig war, dann tat er diesem etwas an, wovon er annehmen konnte, dass das dem anderen nicht gefiel. Folglich musste Gott auf den Menschen zornig sein, wenn des Menschen Erwartungen nicht erfüllt wurden oder sogar etwas geschah, was als Schaden erfahren wurde. Aus den Wechselfällen des Lebens wurde das Verhältnis Gottes zum Menschen abgeleitet. Ging alles gut, war Gott barmherzig. Trat eine größere Umwälzung auf, bei der viele Menschen vernichtet wurden, „reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.“ (1. Mo 6,6). Gott konnte man damals nicht anders verstehen als einen Menschen mit allen seinen Emotionen und Sinneswandel, nur das er eben viel mächtiger als ein Mensch war.

Und alles war natürlich um des Menschen Willen geschaffen: „Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren;“ (1Mo 1,14).

Sonne und Mond haben also nach dieser Auffassung keinen Zweck in sich oder im ganzen System. Sie sind lediglich „Lichter“ am Himmelsgewölbe, damit der Mensch einen Kalender hat! Davon, dass die Sonne ein Stern, und die Planeten dreidimensionale Gebilde, also Kugeln waren, wusste man noch nichts. Man sah also lediglich Lichter am Himmel, an denen nach langen Beobachtungen auffiel, dass manche Lichter an bestimmten Stellen wiederkehrten. Damit hatte man Anhaltspunkte für eine Zeiteinteilung gewonnen.

Das Weltbild der Bibel ist also ein ganz anderes als das unsrige. Deshalb können wir heute nur sinnvoll von Gott reden, wenn wir die zeitgeschichtliche Einkleidung der biblischen Texte durchdringen und zum eigentlichen Inhalt vorstoßen. Dann wird unsere Verkündigung nicht länger im Widerspruch zu anerkannten wissenschaftlichen Wahrheiten stehen und vom heutigen Menschen guten Willens akzeptiert werden.

Das Problem, das sich von jeher durch die Menschheit zieht, ist das Leid und seine Überwindung. Darum geht es im Wesentlichen in allen „heiligen Texten“. Untrennbar sieht man dieses Problem mit dem Verhältnis des Einzelnen zur Gesamtheit und dem Herrscher über alles verknüpft.

Im Grunde muss uns die vorchristliche Entwicklung des menschlichen Bewusstseins und der Gesellschaft nicht mehr interessieren. Mit der Überwindung des Todes durch Jesus Christus sind auch alle Leiden endgültig aufhebbar. Die ultimative Antwort ist gefunden: Identifiziere Dich mit dem Ewigen und überwinde so alle Anhänglichkeit ans Vergängliche, Materielle! Alles andere hat keinen Heilswert.

Martin Luthers Erbe

Luther, der große Reformator. Gewiß. Aber hätte er je eine solche Bedeutung erlangt, wenn nicht breite Bevölkerungsschichten innerlich bereits gegen die Katholische Kirche rebelliert hätten? – Wohl kaum. Da kam ihnen Luther gerade zupass. Seine Lehre befreite. Nun sollte alles nur noch Gnade sein.

Aber hatte Luther Paulus überhaupt verstanden? Daran darf zu Recht gezweifelt werden. Seine Seelenkämpfe fanden allerdings ein Ende. Kämpfe, die nur entstehen konnten, wenn man von einer irrationalen Angst vor Gott beherrscht war. Die Vorstellungen von einer ewigen Verdammnis hatten das Evangelium völlig überschattet. Gott war wieder – wie im Alten Testament – der unerbittliche Richter geworden. Nur so konnte Luthers Verzweiflung sich in den Worten „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ Ausdruck verschaffen. Verblasst war der Gott der Liebe.

Man kann es verstehen, dass einem solchen Menschen die Gnade über alles gehen musste. Aber Luther saß einer Scheinlösung seines Problems auf, was auch sein späteres Leben deutlich machte.

„Gnade“ im neutestamentlichen Kontext meint nicht, dass du sündigen kannst und Gott alle fünfe gerade sein lässt. „Gnade“ ist nur auf der Grundlage zu verstehen, dass der empirische Mensch – also jeder – durch sein bloßes Sein Sünder ist, und deshalb auch durch jegliches Tun diesen Zustand nicht aufheben kann. Müssten wir immer in dieser menschlichen Verfassung bleiben, gäbe es keine Lösung der menschlichen Probleme. Zu keiner Zeit. Da wären wir in der Tat ewig verdammt, sündigen zu müssen und unter der Sünde zu leiden.

Wir können tatsächlich nur durch die Gnade gerettet werden. Doch worin besteht die Gnade? Was ist ihr Inhalt? Sie besteht darin, dass wir durch das Vertrauen (= Glaube) auf unsere göttliche Natur (Apg. 17,28) faktisch unsere Existenzangst, die durch das Bewusstsein der Endlichkeit eines Organismus entsteht, überwinden können, und damit auch alle Einzelsünden.

Uns ist also durch den Glauben eine Kraft gegeben, durch die wir nicht mehr sündigen müssen. Nur so werden wir auch empirisch von allem Leid erlöst.

Aber hören wir dagegen, wie Luther die Gnade auffasste: „Sei ein Sünder und sündige kräftig, aber vertraue noch stärker und freue dich in Christus, welcher der Sieger ist über die Sünde, den Tod und die Welt !“  Ja, was soll denn das Freuen darüber, dass Jesus Sieger ist, aber in uns weiter die Sünde herrscht? Dann betrügen wir  uns doch selbst!

An anderer Stelle sagte er: „Es genügt, dass wir durch den Reichtum der Herrlichkeit Gottes das Lamm erkannt haben, welches die Sünde der Welt trägt. Von ihm wird uns keine Sünde hinweg reißen können, wenn wir auch tausendmal, tausendmal an einem Tag hurten oder töteten.“

Gott wird durch Luthers Auffassung von der realen Welt entrückt. Hier ist er nicht wirksam, nicht einmal im Gläubigen! Alles wird auf das Jenseits, auf die Zukunft vertagt: „Wir müssen sündigen, so lange wir hier sind. Dieses Leben ist nicht eine Wohnung der Gerechtigkeit. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt.“

Damit wird die Inkarnation Gottes in der Welt entwertet. Gott ist wieder abwesend! Kein Wunder, dass im Gefolge Luthers der Glaube banalisiert wurde. In der Tat ist ein solcher Glaube nicht einen Pfifferling wert. Ein Glaube, der den Menschen nicht verändert, der die Werke der Unwissenheit nicht zerstört (1. Jo 3,8)- also den Menschen nicht nach Geist, Seele und Leib heilt – ist kein Glaube, sondern schlicht und einfach Unglaube. Unglaube, der fromm erscheint.

Die Abweichung vom Ursprung

 Pornographie als Beispiel

Wenn man keine Erfüllung im Ewigen findet, sucht man es anderswo. Das ist für jeden Ungläubigen normal. Aber für einen Christen? Da stimmt doch etwas mit dem Begreifen und der Vermittlung des Evangeliums nicht. Wie anders ist es zu erklären, dass viele Christen Pornographie schauen, ja selbst Prediger und Pastoren?
Bei einer freiwilligen Umfrage im Internet gaben 50 % aller christlichen Männer und 20 % aller christlichen Frauen an, von Pornographie abhängig zu sein. 60 % Prozent der Frauen, die bei der Befragung antworteten, gaben zu, bedeutende Kämpfe mit Lust zu haben, 20 % der zur Kirche gehenden weiblichen Befragten kämpfen mit dem beständigen Anschauen von Pornographie.
(Ergebnisse einer ChristiaNet Untersuchung, berichtet von Marketwire.com, 07.08.06, Clay Jones)
Bei einer Befragung von über 550 christlichen Männern auf einem Männerseminar gaben über 90 % an, dass sie sich von Gott getrennt fühlten wegen Lust, Pornographie oder Phantasien, die sich in ihrem Leben festgesetzt hatten. (http://newmanmag.com Juli/August 2003). Diese erschütternden Statistiken könnten sicher noch beliebig vermehrt werden, aber sie genügen, um einen Einblick in die Seelenlage vieler Gläubigen zu erhalten. Da klingt jedes Gerede von der Erlösung durch Jesus Christus wie blanker Hohn.
Hier fehlt es ganz eindeutig an christlicher Substanz. Dass immer weniger Menschen vom christlichen Glauben etwas wissen wollen und die Kirchen verlassen, ist notwendige Konsequenz davon. Die Substanzlosigkeit aber offenbart sich nicht allein auf dem Gebiet des Sexuellen, sondern überall im christlichen Glauben. Wo es am Wesentlichen fehlt, nämlich in der Freude, im Glück am Herrn, fehlt es an allem.

Christen leiden an Unterernährung

Der christliche Glaube ist schwach, weil Christen an Unterernährung leiden – aber auch noch diesen Zustand für normal halten, weil er schon so lange andauert. Man hat keinen Bedarf, etwas daran zu ändern. Diese Lage entspricht genau der der Gemeinde von Laodizea in der Offenbarung des Johannes (Offb 3,14-22). Dieser Gemeinde wird empfohlen „Augensalbe“ zu kaufen, damit sie sehend werde (V. 18). Was bedeutet das? Die Gemeinde und ihre Leiter sind blind ! Sie sind blinde Blindenführer! Ist das nicht erschütternd? Da wird in den Kirchen und Gemeinden überall vor Verführung gewarnt. Und wo sieht man nicht überall den Feind? In der Esoterik, im Okkultismus, in der Mystik, in der Wissenschaft, in der Philosophie – kurz in allem, das anders ist, als dem, was wir für richtig befinden! Aber die Verführung ist mitten unter uns. Sie ist in uns selbst. In jedem einzelnen! An uns ist es, sich das einzuzugestehen und nach Veränderung zu streben (V. 19).

Die Kontinuität der Fehlentwicklungen

Die Fehlentwicklungen des Christentums begannen schon sehr früh. Sie begannen bereits zur Zeit der Apostel. Aber sie konnten diesen noch einen gewissen Einhalt gebieten. Das musste sich naturgemäß ändern, wenn Männer von geringerem Format als diese, und demzufolge von geringerem Verständnis, die Geschicke der Gläubigen leiteten.

Der Bischof Polykarp, der Paulus noch persönlich kennenlernte, gesteht bereits, dass er vieles nicht begreife. „Brüder, nicht ich selbst habe es mir herausgenommen, euch dies über die Gerechtigkeit zu schreiben, sondern (ich tat’s,) weil ihr mich dazu aufgefordert habt. Denn weder ich noch sonst einer meinesgleichen kann der Weisheit des seligen und berühmten Paulus gleichkommen, der persönlich unter euch weilte und die damaligen Leute genau und untrüglich unterrichtete im Worte der Wahrheit, der auch aus der Ferne euch Briefe schrieb, durch die ihr, wenn ihr euch genau darin umsehet, erbaut werden könnt in dem euch geschenkten Glauben;“ (Brief des Polykarp von Smyrna an die Gemeinde von Philippi 3,1-2.)

Ein anderer Bischof durchreist Kleinasien, nur um sich wegen ein paar Feiertage abzusprechen. Gab es denn nichts Wesentlicheres zu tun ? Eben hatte man noch vom bedeutendsten Ereignis der Menschheitsgeschichte gehört und dann ist einem schon etwas anderes wichtig…
Der Abstieg von der Anfangshöhe christlichen Glaubens setzte sich bis in unsere Zeit kontinuierlich fort. Wohl gab es hin und wieder auch Aufschwünge, aber nie mehr wurde der Glanz der frühen Zeiten erreicht. Die Entfaltung des Reichtums, der uns in Christus gegeben ist (Kol 2,3), unterblieb weitgehend.

Die Verkehrung des Evangeliums

Das Ziel der Gläubigen wurde immer weniger, dass sein Reich, das „nicht von dieser Welt“ und deshalb unsichtbarer Natur ist, komme (Jo. 18,36, Mt. 6,10), sondern sich eines Platzes im Leben nach dem Tod, das man als „ewiges Leben“ missverstand, zu versichern. Wollte man dies zunächst noch durch einen bestimmten Lebenswandel erreichen, so sollte ab Luther allein die Gnade genügen, um nach dem Tod ins „Himmelreich“ eingehen zu können.
Aus der „engen Pforte“ wurde enges Denken, aus dem Jagen nach der Heiligung – ohne die niemand den Herrn schauen wird (Hebr. 12,14), wurde gemütlich – bürgerliches Leben, aus einem erfüllten, sinnvollen Leben im Hier & Jetzt, wurde Erlösung durch den Tod. Christen verbannten Christus immer mehr von der Erde!
Nicht länger war er das, wozu er gekommen war: Neues, erlöstes Leben, das sich mittels des Glaubens und der Erkenntnis, Erfüllung bringend und Krankheit und Tod überwindend, in uns entfalten wollte (Mt, 13,33). Eine größere Abweichung vom ursprünglichen Glauben konnte es nicht geben!
Verwundert uns also noch, dass immer weniger Menschen von Christus wissen wollen?

 

Die Irrlehren der STA und der „Zeugen Jehovas“

Irrlehren haben gemein, dass sie logisch widersprüchlich sind. Das zeigt, dass eine solche Lehre unwahr sein muss. Man kann nicht behaupten, weiß sei schwarz. Das geht einfach nicht. Solche Ungereimtheiten sind in den Lehren über den Tod bei den Siebenten Tag Adventisten und den „Zeugen Jehovas“  erkennbar.

Beide behaupten, und belegen das mit ausgesuchten Bibelstellen, dass der Mensch, wenn er physisch sterbe, völlig tot sei – also nichts den Tod überlebe. Darin unterscheiden sie sich von allen großen Kirchen und Freikirchen, die die Unsterblichkeit der Seele lehren. Auch diese Lehre wird mit Bibelstellen belegt.

Nun könnte man heute, wo zahlreiche Indizien für die Souveränität der Seele und ihr Weiterleben nach dem Tod sprechen, einfach über solche Behauptungen hinweggehen. Aber damit ist einem Anhänger der STA oder „Zeugen Jehovas“ nicht geholfen. Beide Gruppierungen verstehen sich ja als besonders biblisch und Gott treu, da sie eben nur auf die Bibel bauen und alles andere ablehnen. So sei eben die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele nur eine Übernahme aus dem Heidentum und die Erfahrungen der Menschen, die für ein Überleben sprechen, Täuschungen Satans.

Selbstverständlich kann man niemals einen Zugang zur Wahrheit finden, wenn man nur die Bibel aus sich selbst verstehen will. Die Texte nehmen auf die Realität als solche und wie sie im zeitgeschichtlich – kulturellen Rahmen erfahrbar war, Bezug. Wir würden heute noch denken, dass die Erde eine Scheibe sei und die Sonne sich um sie drehe, wenn wir nur die Bibel akzeptierten. Wer also eine Sonderlehre aufrecht erhalten will, muss die Realität, oder Teile von ihr, ignorieren.

 

Doch wenden wir uns nun der Lehre der STA zu (die Lehre der „Zeugen Jehovas“ erledigt sich da gleich mit).

Die STA stellt fest: „Besitzt der Mensch keine Unsterblichkeit, enden bei seinem Tod Denken, Fühlen, Wollen und Handeln (Prediger 9,5.6.10). Die Bibel vergleicht seinen Zustand mit einem Schlaf, aus dem er am Ende der Welt aufwachen wird (Johannes 11,11; Daniel 12,13).“  (Quelle: Internationales Bibelstudien – Institut )Hier ist bereits der erste Widerspruch feststellbar. Wenn der Mensch schläft, dann ist er eben nur geistig-seelisch abwesend, aber nicht tot! Wenn also der Tod mit dem Schlaf vergleichbar sei, dann ist eben die Seele geistig-seelisch für immer vom Körper abwesend, aber selbst nicht tot!

„Die Macht des Todes kann die Persönlichkeit nicht zerstören oder auflösen. Wenn wir auch einen völlig neuen Leib [bei der Auferstehung] erhalten, so bleibt doch die Individualität bestehen.“ (Quelle: Eberhard Fischdick in „Was erwartet uns nach dem Tod?“, GTB 1986) Wenn also die Persönlichkeit, die Individualität durch den Tod nicht zerstört wird, dann lebt ja doch die Seele weiter. Denn es ist ja gerade die Persönlichkeit, die Individualität, die einen Menschen vom anderen unterscheidet. Der Leib ist bei allen Menschen im Wesentlichen gleich, also das Unindividuelle. Deshalb sagt Jesus eindeutig: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.“ (Mt. 10,28)

Die Seele kann den Tod in sich tragen, wie das beim Sündenfall begann und damit den Leibestod bewirken und sie kann so verdorben werden, dass sie ihr Leben als Qual empfindet, aber sie kann niemals getötet werden. In diesem Sinne ist die Seele unsterblich. Aber die Bibel unterscheidet von dieser Unsterblichkeit eine andere: Der Mensch ist in der Tat nur vollständig, wenn er einen physischen Körper hat. Diese Unsterblichkeit erlangt er erst, wenn seine Seele von den sündigen, also den tödlichen Inhalten vollständig gereinigt ist.