Phänomen Nahtod

Meili
Walter Meili, Phänomen Nahtod – Faszinierende Entdeckungen eines Psychiaters – S. 272, Paperback 15,95 €, e-book 11,99 €, SCM Hänsler, Holzgerlingen 2016

Das Buch ist bereits 2016 erschienen. Leider bin ich erst jetzt auf dieses aufmerksam geworden, was in Bezug auf mich selbst nicht so schlimm ist, da ich bereits einige Bücher über das Thema kenne, aber bedauerlich, da ich es deshalb nicht früher rezensieren konnte. Denn dieses Buch ist ein „Muss“ für Jedermann! Besonders aber für Christen und jeden Theologen! Also unbedingt kaufen!

Ich bin erstaunt und erfreut, dass ein solches Buch in einem renommierten evangelikalen Verlag erscheinen konnte. Denn eine große Offenheit für Nahtodphänomene schien mir bisher unter sogenannten Bibelgläubigen nicht vorhanden zu sein. Doch spricht Gott nicht gerade durch die Realität besonders eindrücklich zu uns? Viel deutlicher als es in Worten geschehen kann?

Die biblischen Texte sind wesentlich Geschehnisse, Berichte davon, wie Menschen in vergangener Zeit Gott erlebt haben. Heute erleben ihn viele Menschen durch Nahtoderlebnisse. Selbst hartgesottene Atheisten wurden durch sie gewandelt. Auch der Autor selbst fand durch solche Berichte zum Glauben. Das zeigt die evangelistische Kraft solcher Erfahrungen. Deshalb meine ich auch, eignet sich dieses Buch sehr gut zum Weitergeben an andere.

Um gleich einem vielfach geäussertem Einwand gegenüber zu treten: Nahtoderlebnisse sind wirkliche Todeserlebnisse. Sie beweisen die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und geben einen wirklichen Einblick in das jenseitige Leben, wenn auch nur für einen Zeitabschnitt.

Ein Mensch ohne Hirnaktivität (also das EEG zeigt eine Nulllinie) könnte unmöglich Erlebnisse haben, Erfahrungen machen und diese auch noch deuten. Und doch geschieht in der Abwesenheit vom menschlichen Hirn genau das!

Meilis Buch geht auf alle relevanten Aspekte der Nahtoderlebnisse ein. Er zitiert nicht nur ausführlich direkte Erfahrungsberichte, sondern kontextualisiert sie durch Schauungen, wie sie zum Beispielt Sadhu Sundar Singh hatte, oder die Erlebnisse Angehöriger, die hellsichtig das Austreten der Seele bei Sterbenden schauten oder das Erscheinen Verstorbener erlebten. Dieser Blick von mehreren Seiten offenbart, dass sich tatsächlich die Seele vom Körper löst und als solche weiterexistiert, es sich hier wirklich um ein reales übersinnliches Geschehen handelt und nicht etwa um irgendwelche Täuschungen.

Das gibt den Erfahrungen ein besonderes Gewicht. Wer deshalb mehr Klarheit über Fragen des christlichen Glaubens haben möchte – und nur so ist verantwortlicher Glaube möglich – kann als Christ und Theologe unmöglich an Nahtoderfahrungen und verwandten Phänomenen vorübergehen. Um so unverständlicher ist das bisherige Desinteresse von Theologie und Kirche an diesen, das aber, nach dem im Buch zitierten Theologen W. Schweer, „ nicht einem sachkundigen fundierten Urteil, sondern einer eigenartigen Vorentscheidung… bestand, sich einerseits dem wissenschaftlichen Mainstream unserer Zeit folgsam anzuschließen, andererseits zugleich die unvergleichliche Wahrheit der biblischen Offenbarung zu behaupten.“

Dabei verschloss man „die Augen vor den unausbleiblichen Reibungspunkten zwischen diesen beiden Positionen. Es ist eine Einstellung, die allen sonstigen transzendenten Erfahrungen mit ablehnender Skepsis begegnet, aber die entsprechenden biblischen Erfahrungen davon ausnimmt.“ (S. 342)

Was wir deshalb brauchen, ist eine ›visionäre‹ Theologie, deren Aufgabe nach Worten des evangelisch-reformierte Pfarrers Felix Gietenbruch darin besteht, „Theologie aus einer Phänomenologie religiöser Erfahrung zu betreiben – und zwar nicht nur darum, weil dies der ursprüngliche Weg der Theologie selbst ist (anders kann sie nämlich gar nicht von Gott reden), sondern v. a. auch im Hinblick auf die fragenden Menschen, die nach einer Wahrheit suchen, die mehr als vom Zeitgeist bedingt ist.“ (S. 241)

Wenn wir eine solche Theologie haben werden, wird es auch möglich sein, den Menschen unserer Zeit fundierte Antworten auf brennende Fragen zu geben.

Meili betont: „Unser Glaube sollte begründet sein“ und erläutert, „der Glaube muss sich »gründen« – auf inneres Erleben, aber auch auf verstandesmäßige Auseinandersetzung mit der Transzendenz. Für beides können Berichte über Nahtodphänomene Unterstützung bieten.“ (S. 237)

„Ähnlich sieht es Robert L. Wise, der als evangelikaler Theologe selbstverständlich größten Wert darauf legt, mit seinem Buch »von Anfang bis Ende mit der Bibel in Einklang zu bleiben«. Er kommt zum Schluss: ‚Nach langem Forschen und Studieren bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass diese Geschichten [also die Sterbebettvisionen, Nachtodkontakte, Nahtoderfahrungen und andere Transzendenzerfahrungen, die er in seinem Buch bezeugt, Anm. d. V.*], die Menschen von jenseits des Lebens mitgebracht haben, die Bibel bestätigen und unser Verständnis für Gottes Wort vertiefen können.’“ (S. 237)

Das Buch ist leicht zu lesen und stellt deshalb außer einem offenen Geist keine weiteren Anforderungen an den Leser. Zugleich eine Lektion in lebendiger Theologie.

Lassen Sie sich packen von den faszinierenden Schilderungen einer Realität, die jeden Menschen angeht!

* Meili

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Der Sündenfall

Die menschliche Organisation

Der Mensch wird allgemein unterteilt in Geist, Seele und Leib(1.Thess. 5,23). Das ist eine recht grobe Einteilung, die wir uns etwas genauer ansehen wollen.

Der physische Leib

Der Leib ist zunächst das Physisch – Sichtbare des Menschen, also das, was auch noch eine Zeit nachdem er gestorben, als Leiche, sichtbar ist.
Dieser Leib ist aus materiellen Stoffen aufgebaut, die nach dem Tod „ihre eigenen Wege gehen.“
Solange der Mensch noch lebt sind diese physischen Stoffe anderen als den ihr innewohnenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Das macht der Vergleich zwischen einer Leiche und einem lebenden Menschen deutlich.

Der Lebensleib

Man könnte deshalb diese lebendige Kräfteorganisation „Lebensleib“ nennen.
Einen solchen Lebensleib haben auch die Pflanzen und die Tiere. Kennzeichen dieses Lebensleibes sind Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung.
Aber der Mensch ist mit diesen Tätigkeiten ja noch nicht erschöpfend beschrieben.
Ein Mensch hat auch, wie das Tier, Gefühle.

Der Gefühsleib (Seele)

Was drücken Gefühle aus? – Beziehungen, also das Verhältnis, das dieses Lebewesen zu anderen Lebewesen oder leblosen Dingen hat. Grob eingeteilt: Das, was geliebt wird, wird aufgesucht; das, was gehasst wird, gemieden.
Beim Tier geschieht das instinktiv, beim Menschen bewusster. Deshalb sagt man auch, das Tier sei eine Seele, aber der Mensch habe eine Seele. Was wiederum zeigt, dass der Mensch mit Leib und Seele noch nicht ausreichend beschrieben ist.

Das (ewige) ICH

Der Mensch kann nämlich über sich selbst reflektieren, d.h. er kann sich quasi selbst gegenüberstehen und betrachten. Das ist durch den Geist möglich. Synonym für Geist könnte man auch das Wort „Ich“setzen . Wenn wir das tun, dürfen wir aber nicht unter „Ich“ dieses oder jenes verstehen, wie „Ich bin geizig“, „ich bin klug“ sondern nur jene allgemeine Energie, die es mir überhaupt erst ermöglicht, solche Aussagen zu machen. Was ist das für eine Energie? Es kann keine andere sein, als die die mir auch alle bisher genannten Funktionen ermöglichte, also Lebenstätigkeiten wie bei Pflanze und Tier.

Geist aber ist das pure Leben, das Leben an sich. Zur Verdeutlichung ein Vergleich mit den Radiowellen: Damit wir einen Sender hören können, muss ein Programm auf die Trägerwelle moduliert werden. Die Programme entsprechen den verschiedenen Funktionen, die genannt wurde. Sie sind das Spezifische. Nun kann man aber eine Trägerwelle auch ohne Programme aussenden. Dann würden wir zwar nichts hören. Aber die Trägerwelle an sich, würde trotzdem da sein.

Was ist nun das Wesen des Geistes? Es ist ewig und es ist schöpferisch. Es ist Gott (der Vater). Damit will ich aber nicht sagen, dass Du oder ich Gott sind. Wir sind es deshalb nicht, weil unsere Liebe sich noch auf vergängliche Dinge, also die Schöpfungen des Geistes bezieht. Aber der Mensch könnte unmöglich Gottes Kind, oder ein Sohn Gottes werden – wie es uns verheißen ist – wenn nicht Gott in uns schon immer „anwesend“ gewesen wäre. Es gibt nichts, was völlig außer ihm wäre. Nur durch ein falsches Bewusstsein, und was daraus resultiert ist der Mensch von Gott getrennt.

 

Wie es zum Sündenfall kommen musste

 

Zur Wiederholung:Der Mensch besteht aus physischen Leib (Materie), Lebensleib (das, was den physischen Leib durchorganisiert und die materiellen Gesetzmäßigkeiten in einen ganzheitlichen Zusammenhang stellt), Seele (das was Beziehungen schafft), Geist (Das Ewige).
Wie können wir uns nun den Menschen im Paradies vorstellen, also unmittelbar nachdem er geschaffen wurde?

Seine Seele war noch völlig beziehungslos, sein Geist noch nicht tätig. Damit war der Mensch ein völlig reiner Spiegel der ihn umgebenden Realität.
Der Geist wurde aber sofort mittels des physischen Leibes tätig. Der eigene Leib wurde von des Menschen Geist durchdrungen.

Wie es zu Vorstellungen und Erkenntnissen kommt

Dadurch entstand eine geistige Vorstellung vom Leib.
Dieses innere Bild ( = Vorstellung ), das der Mensch so gewonnen hatte, wurde mit den anderen Vorstellungen verglichen, die ihm durch den Anblick der Tiere gegeben wurden.
Dadurch, dass man das eine mit dem anderen vergleicht und so das Gemeinsame aber auch das Trennende feststellt, entsteht ja jede Erkenntnis. So erkannte also zunächst der Mensch die Tiere und konnte sie deshalb mit Namen benennen (1Mo 2,19) .

Nachdem er die Tiere mit Namen benannt hatte war dieser Erkenntnisvorgang beendet. Folgerichtig fällt der Mensch nun in einen Schlaf, da nichts mehr seine Aufmerksamkeit erregt. In diesem Schlaf (1Mo 2,21) aber begegnet sein Geist der Vorstellung des eigenen Leibes (s. oben).
Der Mensch steht damit erstmals sich selbst gegenüber, und da des Menschen Geist noch nicht von Gottes Geist getrennt ist, ist dieser Geist in einem noch unbeschränkten Sinne schöpferisch.
Die Vorstellung, die der Mensch zuvor von sich selbst hatte, ihm aber nicht bewusst war, wird nun substantiell herausgesetzt.
Nun ist aus dem bisher ungeschlechtlichem Menschen Mann und Frau geworden.

Da nun der Mensch als Mensch sich selbst gegenüber steht, kann er auch sich selbst erkennen (1Mo 2,23).

Wie das Erkennen ein Ende findet
Damit war aber der Erkenntnisprozess noch nicht beendet. Das Erkennen dringt nun noch mehr dem Ursprung zu – denn wie bereits gesagt wurde, begann der Erkenntnisprozess mittels des menschlichen Leibes, und nun ist er wieder bei ihm angelangt. Der Mensch erkennt nun, dass er erkannte. Er erkennt sich in seiner Funktion als ein Erkennender.

Dieser bisher stattgefundene Erkenntnisprozess zeigt sich ihm im Bild der Schlange (1Mo 3,1). (Es ist ganz klar, dass es sich hier um einen inneren Vorgang handelt und die Schlange hier nicht eine physisch greifbare Schlange ist. Aber alle Schlangen sind physischer Abbilder lebendiger Kraftrichtungen, Bilder kanalisierter Energie, psychisch ausgedrückt: der Triebe.)
Da nun das Erkennen auf tieferes ausgerichtet ist, kommt es – durch die „Schlange“ – wieder an eine Grenze, und zwar der zwischen Erkennbaren und (vorläufig) Nichterkennbarem, nämlich der zwischen dem Geschaffenen an sich und dem Schaffenden, oder anderes ausgedrückt zwischen Form und Energie (die formlos ist).

Da der Mensch nichts anderes tat und „wollte“ als erkennen steht er nun dem Unerkennbaren gegenüber (1. Mo 3,6). Sein Erkenntnistrieb stößt also an eine Grenze. Der Erkenntnistrieb wird ohnmächtig (1. Mo 3,7).

Natürlich weiß der Mensch nicht, dass diese Grenze nur deshalb vorhanden ist, weil es nichts Geschaffenes mehr zu erkennen gibt. Er empfindet nur eine allgemeine Unfähigkeit und deshalb ist diese für ihn existentiell. Er fühlt sich als ganzer Mensch in Frage gestellt!

Im Bild, dass er sich Feigenblätter machte (1Mo 3,7), wird diese Ohnmacht ausgedrückt, die es zu verbergen gilt. Mit dieser Ohnmacht waren die Urangst (1. Mo 3,8) und damit der Tod „geboren“. Das beendete den Zustand der Harmonie mit Gott (Paradies), denn Ohnmacht, Angst und Tod sind Illusionen („Lüge“), die das Leben nicht kennt.

Von nun an wurde der Mensch von Illusionen beherrscht. Das geschieht solange, bis er sie als solche durchschaut. Das ist uns durch Jesu Sterben und Auferstehen möglich. Deshalb gibt es für uns nichts mehr zu fürchten, können wir – wie Jesus – die Welt überwinden! (Jo 16,33)