Angst

Nachts wache ich manchmal auf, und da merke ich, dass ich eine erhöhte Herzfrequenz habe, der Atem schneller geht und im Bauch Unruhe herrscht. Das sind Symptome der Angst.
Angst ist die Grundbefindlichkeit aller gottentfremdeten Wesen, d.h. aller biologischen Organismen.

Dass diese selbst den Pflanzen zugrunde liegt, sieht man zum Beispiel daran, dass Rosen Dornen (botanisch exakt: Stacheln) haben. Natürlich wird die Angst den Rosen nicht bewusst, sondern setzt sich unmittelbar organisch um in der Ausbildung jener Abwehrmittel. Den Tieren wird sie ebenfalls kaum bewusst, sondern setzt sich ebenfalls sofort in Aggression oder Flucht vor dem Feind um. Aber die ganze Gestaltung eines tierischen Organismus zeigt, dass er auf das Töten anderer Organismen angelegt ist. Die Kurzformel der biologischen Natur heißt deshalb: „Fressen oder gefressen werden!“ – Paulus sagt deshalb, dass die ganze Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liege (Rö 8,22). Aber das ist nicht das Thema, außer dass eben diese Geburt mit der Erlösung des Menschen von seiner Angst beginnt.

Würde das Ewige in mir die Herrschaft haben, dann hätte ich nicht ein Pixchelchen Angst oder Unruhe. Dann hätte ich vollste Gelassenheit, völligen, ewigen Frieden. Deshalb ist es mein ständiges Gebet, in diese Ruhe einzugehen (Hebr. 4,11). Ich weiß ja, dass ich ewig bin, und mich nichts und niemand vernichten kann. Sollte ich mich darüber nicht riesig freuen? Und ob! Die Freude darüber wird mein Bewusstsein und damit mein Gefühlsleben immer mehr mit dieser ontologischen Tatsache in Einklang bringen, bis er völlig ist.

Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann kann ich feststellen, dass auf diese Weise so manche Ängste bereits überwunden wurden. Das gibt nicht nur Hoffnung vom „Wort“, sondern auch von der Erfahrung her. Denn wenn wir keine Erfahrung haben, werden wir oft mutlos und denken, es klappt doch nicht mit dem Glauben.

Ich wünsche Euch Allen, dass auch ihr immer mehr die heilende Kraft des Ewigen erlebt.

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