Zweierlei Christen

Offb. 11,1-2 „Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten.

Aber den äußeren Vorhof des Tempels lass weg und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang.“

Der Tempel von dem die Offenbarung spricht, ist, wie alle jüdischen Tempel, eingeteilt in Vorhof, Heiligtum und Allerheiligstes. Das Heiligtum ist ein geschlossener Raum, in dem der siebenarmige Leuchter und die Schaubrote sich befinden. Der Leuchter ist ein Symbol für die sieben Geister Gottes. Mit anderen Worten: Das Heiligtum ist ein Abbild der unsichtbaren Welten, in denen man nur mit den Augen des Geistes schauen und erkennen kann.

Hier befindet sich die geistige Nahrung, die den Menschen geistlich wachsen lässt.

Das Allerheiligste ist völlig dunkel, und damit ein Abbild des ewigen Seins, das keine Gestaltung aufweist und aus dem alles, was ist, entstanden ist und entstehen wird.

Der Vorhof entspricht der sinnlichen Welt, also der äußeren Welt.

Als Christen ist es unsere Aufgabe, von der äusseren Welt in die inneren Welten einzugehen, denn der Vorhof wird zertreten werden.

Man wird erinnert an Matth. 5,13, wo es heißt: Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“

Da unser Blick ganz natürlich auf das Sinnlich-Sichtbare, Sinnlich-Hörbare gerichtet ist, muss uns das Geistige auch in dieser Welt begegnen. Das geschieht zum Beispiel durch die Bibel, das geschriebene Wort. In ihr wird uns berichtet, wie Gott, mittels seiner Engel (Apg. 7,38)  und zuletzt durch Jesus Christus Heilsgeschichte schrieb.

Es geht also nicht nur um eine äussere Information über das Heilsgeschehen, über Gott, die Beschäftigung mit der Bibel, sondern das Ziel ist, dass diese äussere Beschäftigung mit dem „Wort Gottes“ zur Öffnung unseres inneren Erkenntnisvermögens und zu einem Erleben der vielfältigen Hilfe Gottes führt.

Aber die meisten Christen sind wohl Vorhofschristen. Sie sind ständig mit ihren eigenen irdischen Belangen beschäftigt. Beten zwar kurz um diese oder jene Hilfe im alltäglichen Leben. Lesen natürlich regelmässig die Bibel, besuchen Gottesdienste und Bibelstunden, ja sind vielleicht sogar als Prediger und Evangelisten hauptberuflich tätig – und doch wissen sie nichts von Gott. Sie haben keine Erkenntnis der Wahrheit, wissen nicht, wer sie sind. Alles was sie „wissen“, wissen sie nur, weil sie es gelesen haben…

Aus diesem Grund, stößt alles, was sie sagen, auf taube Ohren. Es ist nicht echt. Nicht kraftvoll.

Das Salz ist fade geworden.

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