Die tägliche Erhöhung der Lebensqualität


Einige werden fragen, was hat das mit dem christlichen Glauben zu tun? – Die einfache Antwort darauf ist, das und nur das allein ist genuin christlicher Glaube.

Ich kenne viele, oder besser gesagt, die meisten derer, die meinen, sie seien Christen und hätten den „rechten Glauben“ (zu den sie natürlich andere bekehren möchten), die nach Jahrzehnten nicht glücklicher sind als zum Zeitpunkt, da sie sich bekehrten. Viele sind sogar mürrisch und unzufrieden geworden. Die Welt erscheint ihnen so schlecht, dass sie nicht mehr leben möchten.

Das alles kann ich nicht als Frucht des Heiligen Geistes ansehen, denn diese ist, nach Paulus, „ Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Enthaltsamkeit „ (Gal 5,22). Glaube ist keine Weltflucht, kein Sehnen, endlich von der Erde gehen zu können, sondern ein Absterben unserer Sünden, d.h. falschen Bestrebungen, sodass wir – ganz gleich, wo wir uns befinden – heil, gesund und glücklich sein können. Glaube ist Hingabe an unsere ewige Natur und damit ein Loslassenkönnen unserer selbst, d.h. aller unter dem Zepter der Angst und Sorge stehenden Bemühungen um physischen Lebenserhalt und materielles Wohlergehen. Jesus sagte es so: „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden“ (Mt 16,25). Nicht länger müssen wir unter äusserem oder inneren Druck handeln. Erst recht nicht in unserer westlichen Welt, wo jeder Mensch ein Dach über dem Kopf und alles Nötige zum Leben hat (1. Tim 6,8-10). Nicht die Dinge dieser Welt machen glücklich, sondern die Liebe zu ihnen macht uns von ihnen abhängig. Wir sind dann ein Spielball äusserer Faktoren. Deshalb fragte Jesus im Anschluss an obige Worte: Wie will ein Mensch seine an die Schöpfungsinhalte verfallene Seele wieder lösen? (Mt. 16,26)

Das Heil besteht in der Loslösung. Je weniger wir benötigen, um so mehr sind wir Herr über uns selbst und die Welt. Sokrates wusste bereits darum: „Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern, die gar nichts brauchen.“ So können wir allezeit in der Freude über die Möglichkeit durch inneres Wachstum, vom Leiden endgültig frei zu werden, leben. Jeder Tag ist ein Schritt in weitere Freiheit, Frieden und Glück! Wir können täglich ganz entspannt im Hier und Jetzt leben! Heute ist der Tag des Heils (2. Ko 6,2) !

Natürlich wird das nicht immer so gelingen. Wir sind ja den schädlichen Gewohnheiten verhaftet und lieben die Zerstreuung. Stille zu sein und über diese Wahrheiten zu meditieren, finden wir Getriebenen oft als verlorene Zeit, als langweilig und etwas, das wir schnell wieder beenden möchten.

Dass Nichtstun für zahllose Menschen offenbar wirklich ein Horrorszenario ist, wiesen erst jüngst Forscher um den Psychologen Timothy Wilson von der Universität Virginia nach. Die Wissenschaftler setzten Probanden aller Altersklassen einzeln in einen Raum und forderten sie auf, 6 bis 15 Minuten lang still zu sitzen und ihren Gedanken nachzuhängen. Die Mehrheit reagierte mit deutlichen Anzeichen von Unwohlsein.” (“Der SPIEGEL” 36/2014)

Weshalb ist das so? – Wer eben das Glück im Außen sucht, ist naturgemäß innerlich leer und kann sich nicht mit sich selbst wohlfühlen. Er lebt im ständigen Nicht-Haben, im ständigen Begehren.

Der Weg des Lebens ist dagegen ein ständiges Haben. Der Blick richtet sich beim Gläubigen idealerweise ständig auf seine göttliche Natur, die die Fülle ist und auf das, was er hat, anstelle auf das, was er nicht hat. So wird ganz natürlich, dem der hat hinzugetan, und dem, der nicht hat – der also seinen Blick auf den Mangel richtet – das, was er hat genommen (Mt. 25, 29).

Das alles sind seelische Gesetzmäßigkeiten, und um die geht es im Glauben.

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3 Gedanken zu “Die tägliche Erhöhung der Lebensqualität

  1. Alles sehr wahr! Doch ich komme nicht umhin, nochmals für eine Verbindung zur Psychologie zu plädieren. Der Grund warum die Probanden sich unwohl gefühlt haben ist auch, weil man sich in der Stille den aufkommenden Gedanken und Gefühlen aus der Tiefe bewusst wird. Wir wollen das nicht, es ist zu unangenehm. Wir würden alles tun, sogar ökologische oder soziale Arbeit, nur um von uns selbst abzulenken und das alles weiterhin zu verdrängen. Das Problem ist jedoch unausweichlich, der Kelch geht nie vorüber… Alles hat eine Ursache, und das Unbewusste sind abgesunkene Eindrücke von Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben (was auch immer „Vergangenheit“ bedeutet). Jeder von uns trägt die Bürde seiner Vergangenheit. Meditation ist der direkteste und schnellste Weg, das Unbewusste bewusst zu machen, und uns so von den Auswirkungen unserer Vergangenheit zu befreien.

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