Lichte Botschaft verhüllt durch dunkle Wolken des Unverstandes

Am 21. August 2017 wird in den USA eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein. Die Tochter des bekannten Evangelisten Billy Graham, Anne Graham Lotz, hielt es deshalb für angebracht zu warnen, dass dieses Ereignis, der Beginn von Gottes Gericht über Amerika sein könnte. Doch, an wen wendet sie sich mit dieser Botschaft? Sie weiß, um die regelmäßigen kosmischen Zyklen, die ganz unabhängig von menschlichen Verhaltensweisen sind, und doch bringt sie diese in Beziehung zum Menschen. Weshalb tut sie das entgegen aller Vernunft?

Aus einem solchen Verhalten können wir sehr viel lernen. Für einen religiösen Menschen ist schon lange diese Welt gerichtsreif. Diese Empfindung bringt sie, ohne dass ihr das bewusst ist, mit den Empfindungen, die den archaischen Menschen bei einer Sonnenfinsternis befielen, in Zusammenhang. Dieser stand den Naturphänomenen unwissend gegenüber. Sie lösten deshalb nur Empfindungsreaktionen hervor. So, wie das auch bei den Tieren der Fall ist. Bei einer Sonnenfinsternis verstummen die Vögel, Tiere kriechen in ihre Höhlen.

Selbst uns aufgeklärten Menschen befällt noch eine leise Ahnung von dem, was die frühen Menschen erlebt haben mussten. Der Schriftsteller Adalbert Stifter schilderte seine Eindrücke wie folgt. „ Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert, wie in diesen zwei Minuten, es war nicht anders, als hätte Gott auf einmal ein deutliches Wort gesprochen und ich hätte es verstanden. Ich stieg von der Warte herab, wie vor tausend und tausend Jahren etwa Moses von dem brennenden Berge herabgestiegen sein mochte, verwirrten und betäubten Herzens […]. Der schöne sanfte Glanz des Himmels [wurde zum] bleischweren Licht […] – erschütternd war dieses allmähliche Sterben mitten in der noch vor wenigen Minuten herrschenden Frische des Morgens. […] Es war ein überaus trauriger Augenblick. Das hatte keiner geahnet – ein einstimmiges ‚Ah‘ aus aller Munde, und dann Totenstille, es war der Moment, da Gott redete und die Menschen horchten.“

Für die frühe Menschheit war die gesamte Natur ein „Reden Gottes“ bzw. der Götter ( denn der Ein-Gott-Glaube, der Monotheismus, entstand erst später). Aus diesen Empfindungsgründen speißt sich noch die gesamte alttestamentliche Theologie. Aus dem Erleben der Natur kommen die Vorstellungen von „finsteren Mächten“, vom „Zorn“ und der „Barmherzigkeit“ der Götter (Gottes), von „Segen“ und „Fluch“. Das Neue Testament muss natürlich an die einmal gewachsenen Vorstellungen anknüpfen, bildet aber zugleich den Übergang zur Neuzeit.

Ein Gott der Liebe musste, solange man die Natur als Reden Gottes verstand, verborgen bleiben. Da war nur ein ständiger Wechsel von „Zorn“ und „Barmherzigkeit“ an den Naturereignissen ablesbar. Erst der sich immer mehr bahnbrechende Verstand konnte die einzelnen Naturobjekte zum Begriff der Natur zusammenfassen und so zum Ein-Gott-Glauben gelangen. Von da, etwa beginnend von Mose, war es wieder eine lange Zeit bis zu Jesus, wo dieser eine Gott als Liebe verkündet wurde. Ein Gott, der im Menschen seine Wohnung hat!

Nun haben nicht länger Naturempfindungen Offenbarungscharakter, sondern das verstehende Erkennen des eigenen Inneren, führt, den Menschen verwandelnd, zurück Gott. Deshalb sagte Jesus: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“ (Jo 8,32)

Auf unserer gegenwärtigen Stufe ist es deshalb nicht mehr fruchtbar Vorstellungen, über die die Menschheit hinausgewachsen ist, zu reaktivieren. Das geschieht leider immer noch viel zu häufig. Anstatt an der Spitze der Geistesentwicklung zu laufen, hemmen Christen sich selbst mit unzeitgemäßen Begriffen, die aus einem ganz anderen Erleben der Welt stammen. Da wird in naturalistischer Weise von einer Schlange schwadroniert, die den Menschen verführt habe, von einem Baum, der das geistige Vermögen der Unterscheidung gegeben habe, von einem Drachen, von Teufeln und Dämonen, von einem zornigen Gott, der gleichzeitig ein Gott der Liebe sei, dessen Liebe es aber erträgt, dass die Mehrzahl der Menschen ewig in der Hölle schmore – auch wenn sie womöglich moralisch und ethisch besser sind als mancher Christ – nur weil sie nicht „glauben“…

Das alles passt nicht zusammen. Jesu Auferstehung war und ist das fortschrittlichste Ereignis in der Menschheitsgeschichte. Deshalb können Christen nicht länger von dieser und von Gott in einer Sprache reden, die vor mehr als 4000 Jahren einmal modern war. Wir müssen begreifen, was die biblischen Begriffe wirklich meinten. Nur dann können wir in heutiger Sprache von göttlichen Dingen reden. Dann werden wir auch Gehör finden, weil unsere Sache überzeugend ist.

Sind der „schmale Weg“ und die „enge Pforte“ noch von Bedeutung?

Vielfach wird der Eindruck erweckt, dass man als Sünder, ohne also den schmalen Weg der Überwindung der Sünde gehen zu müssen, allein durch einen Gnadenakt Gottes in den Himmel kommen könne. Es genüge lediglich sein allgemeines Sündigsein zu erkennen und zu bereuen. Dann schließe einen Gott freudig in seine Arme. Doch stimmt das?

Wenn ich mich verbrannt habe, weil ich meine Hand auf einen heißen Gegenstand legte, genügt es dann zu bereuen, dass ich das tat? Sind durch diese Reue die Schmerzen weg? Habe ich, wenn ich das beim nächsten Mal wieder tue, keine Schmerzen mehr ? Oder sollte die Reue nicht beeinhalten, dass ich eine solche Tat nicht wiederhole? – Was an diesem Beispiel ganz offensichtlich ist, leugnen wir in Bezug auf die Sünde.

Dadurch, dass ich meine Sünden bekenne und bereue, sind keinesfalls die Folgen der Sünde getilgt. Wenn also meine Sünde eine bestimmte Krankheit hervorrief, z.B. bei übermässigen Alkoholkonsum ein Leberschaden, so ist er damit nicht automatisch beseitigt. Reue ist lediglich ein Moment des Innehaltens im bisherigen Tun, ein Abstandnehmen von ihm, um sich in seinem Handeln neu zu orientieren. Jede Sünde – was ja nichts anderes ist als falsches Tun – hat negative Folgen. Deshalb kann es gar keinen anderen Weg geben als das Richtige zu tun!

Die Ursachen menschlichen Leides liegen eben im Menschen selbst, und deshalb kann eben nur jeder für sich allein seine eigenen Ursachen des Leides aufheben. Kein Mensch kann das für einen anderen tun. Auch Gott kann das nicht für dich tun.

Deshalb sind Himmel und Hölle keine Orte, die unabhängig vom Menschen existieren, sondern Lebensqualitäten. Man trägt so viel Himmel in sich, wie man Gutes, und so viel Hölle in sich, wie man Falsches in in sich trägt. Welche Qualitäten in welchem Maße man in sich birgt, kann im Erdenleben verdeckt sein. Da kann es einem Sünder so gut gehen, dass ein Frommer darauf neidisch werden könnte (Ps 73,2-4). Doch spätestens nach dem Tod werden die Folgen eines jeden Tuns offenbar. Kein Gnadenakt Gottes kann daran etwas ändern!

 

Aus allem Gesagten dürfte – wenn es verstanden wurde – hervorgehen, dass die Fülle des Lebens, die Herrlichkeit des Lebens, die ewige Glückseligkeit nur durch vollkommene Sündlosigkeit erreicht werden kann. Denn wenn man annähme, der Himmel sei ein harmonischer Ort menschlichen Zusammenlebens, dann muss doch ein solcher Himmel sofort unvollkommen werden, wenn nur ein Mensch mit der Veranlagung zur Sünde Eintritt fände. Denn um sich wirklich wohl zu fühlen, würde es den Sünder drängen seine Sünde auszuleben. Er würde damit die Gemeinschaft stören.

Nun hört man heute immer wieder, man könne, zumindest auf Erden, nicht sündlos werden. Die Frage entsteht, wo will man es dann werden? Auf die Erde wurde doch das Evangelium gebracht, damit wir hier die Errettung annehmen!

Die freudige Botschaft lautet: Es gibt einen Weg aus allem Leid. Wir sind nicht verurteilt immer leiden zu müssen. Aber den Weg müssen wir natürlich auch bis zu ENDE gehen!

Er beginnt damit, dass ich mich mit meiner göttlichen Natur (1. Jo 3,9) identifiziere und damit die bisherige Identifikation als ein Geschöpf unter vielen Geschöpfen überwinde. Denn mit der Identifikation mit dem sinnlich-wahrnehmbaren Leib, ist man automatisch von Gott getrennt und damit der Existenzangst unterworfen. Für ein Geschöpf gibt es immer etwas, das stärker, mächtiger, größer, intelligenter usf. ist. Doch wenn ich göttlicher Natur bin, dann bin ich unüberwindbar.

Deshalb besteht der Weg eines Kindes Gottes, analog eines Menschenkindes, zur vollen Reife, d.h. zur vollen Entfaltung des göttlichen Wesens zu kommen (Eph, 4,13; Rö 8,29). Erst wenn man alle Abhängigkeiten vom Äusseren überwunden hat, kann man durch die „enge Pforte“ (Lk 13,24) ins Himmelreich gelangen. Erst dann hat sich alles Gute voll entfaltet.

Der Weg des Lebens ist durch den physischen Tod nicht beendet. Mit dem Tod ist nicht, wie man häufig denkt, das Ziel erreicht! Denn um physisch zu sterben, muss man keinen Weg gehen. Wenn der Tod die enge Pforte wäre, stellte das für Niemanden eine Schwierigkeit dar. Nein, der physische Tod ist selbst noch ein Fortwirken der Sünde weil der Mensch noch nicht die entsprechende Heiligkeit erlangt hat (1. Kor 15,26).

SOS ? – Nein: SYS !

Wir befinden uns auf einem sinkenden Schiff. Aber jeder SOS-Ruf ist vergeblich. Deshalb lautet der einzig hilfreiche Ruf SYS – „Save your soul“, denn niemand kann Dir von Außen helfen. Du selbst kannst nur noch Deine eigene Seele retten. Wovon rede ich überhaupt? – Selbstverständlich von der Entscheidung, die auf uns zukommt (Offb 13,17 ), und von der abhängig ist, ob wir unsere Seele retten, oder ob wir sie durch ein menschenfeindliches System zerstören lassen (Offb 14,11). Es geht darum, dass wir die Kraft haben, „Nein !“ sagen zu können. Unser Glaube wird da auf die Probe gestellt und er wird diese Prüfung nur bestehen können, wenn er stark ist. Deshalb sollten wir die verbleibende Zeit nicht weiter mit Nichtigkeiten vertändeln, sonder uns im Glauben so stark wie möglich machen.

 

Verdrängung

Bedenklich steht es um uns, wenn wir dieses Zeichen der Zeit – nämlich die Tendenz zur Abschaffung des Bargeldes und der Totalkontrolle – bagatellisieren, indem wir sagen, jetzt ist es ja noch nicht so weit, oder, so schlimm wird es schon nicht werden, oder, nein, die Bibel meint mit dem Malzeichen des Tieres etwas ganz anderes. Wir verdrängen gern, was uns unangenehm ist und wollen uns nicht mit diesem beschäftigen. Jenem Trieb müssen wir widerstehen, denn er hindert, dass wir die richtigen Schritte unternehmen.

Schon lange haben sich die heutigen Katastrophen (z.B. Klimawandel) angekündigt. Aber die richtigen Schritte, um sie zu verhindern, wurden unterlassen, weil man andere Interessen hatte.

So ist zu befürchten, dass unsere faktische Ausrichtung auf unser irdisches Wohl uns die irdische Existenzsicherung wichtiger erscheinen lässt als die Rettung unserer Seele. Damit werden wir schnurstracks dem totalitären System in die Arme getrieben, das ja mit den Verheißungen digitaler Bequemlichkeit und Sicherheit durch Totalüberwachung daherkommt. Natürlich werden heute auch schon die Gefahren dieser Gesellschaft gesehen, aber diejenigen, die das Malzeichen mit Skepsis annehmen, werden sich sagen: Was bleibt uns denn anderes übrig, wenn wir leben wollen? – Das ist nun mal unsere Zeit…

Doch als Christen wissen wir, dass nicht der Leib oder unsere irdische Existenz höchstes Gut sind, sondern unsere Seele. Unsere Seele, die selbst unvernichtbar, die aber solange verdorben ist, als sie ihre Befriedigung im Irdischen sucht (Mt 10,28).

 

Ursache unserer Gelüste

Wer in der Heiligung lebt, weiß, wie die irdischen Gelüste entstehen. Den Dingen selbst ist die Eigenschaft der Befriedigung nicht inhärent. Würde diese nämlich den einzelnen Dingen innewohnen, würde jeder Mensch unterschiedslos die gleichen Dinge lieben und die gleichen Dinge verabscheuen. Aber wir sehen, dass das nicht der Fall ist, wie schon das Sprichwort sagt: „Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall.“ Die Seele projiziert willkürlich die Eigenschaften gut – böse, schön – hässlich, angenehm – unangenehm, sympathisch – unsympathisch auf Dinge, Personen und Verhältnisse.

Das zu wissen, erleichtert uns, uns von unseren Projektionen zu lösen und unsere Befriedigung dort zu suchen, wo sie dauerhaft gesichert ist und an Intensität zunimmt: Unsere eigene Ewigkeit.

Allerdings sind unsere subjektiven Projektionen bereits zu Gewohnheiten geworden. Diese treiben uns immer wieder zu den gleichen Handlungen, indem sie uns „sagen“: Das hat Dir doch damals Befriedigung, eine so schöne Freude gebracht. Jetzt kannst Du das wieder haben, indem Du das gleiche tust.

Deshalb muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass jede Abhängigkeit vom Äusseren grundsätzlich schädlich ist. Denn jede Abhängigkeit lässt uns nicht vollständig bei uns selbst sein und verursacht deshalb Leid. Selbst Essen und Trinken sind nur dann angenehm, wenn man etwas zu essen und zu trinken hat. Hunger und Durst zeigen, wie leidvoll eine solche Abhängigkeit ist.

An diesem Beispiel zeigt sich, dass es auch Gewohnheiten gibt, die wir nicht so leicht aufgeben können. Obzwar auch das Projektionen unsere Seele sind, so sind sie doch nicht subjektiv, individuell, sondern haben sich kollektiv ergeben, als der Mensch nach dem Sündenfall sein Glück auf der Erde suchte. Die Bibel drückt das so aus: „Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.“ (1. Mo 3,14) [Für den, der sich nicht auskennt: Die Schlange ist der Lebenstrieb des Menschen, der sich nun ganz aufs Irdische richten musste und aus ihm seine Nahrung bezieht.] Prinzipiell ist aber die Seele nicht auf irdische Nahrung angewiesen. Die Seele stirbt nicht, wenn der Leib stirbt. Sie ist da lebendig wie zuvor, ja anscheinend noch lebendiger, da sie sich selbst nun ohne äußere Störungen erleben kann. In vielen Nahtodberichten wird uns z.B. davon Kunde gegeben.

Uns geht es deshalb in erster Linie nicht um die Überwindung allgemeiner körperlicher Bedürfnisse, sondern die Sammlung unserer Seele auf das Wesentliche, damit sie ihre Zeit nicht mit Zerstreuungen verplempert, sondern konzentriert auf das Ewige ausgerichtet wird. Die Heiligen und Mystiker geben uns ein gutes Beispiel, was es heißt gotterfüllt zu sein.

 

Tipp:

Schau Dir dabei zu, was Du tust und frage Dich, weshalb Du das tust. Und frage Dich das immer tiefer, bis Du die letzte Ursache gefunden hast.

Schau Dir Deine Vorlieben und Abneigungen an und frage Dich, weshalb Du sie hast. Auch hier gehe im Fragen immer tiefer.

So wirst Du geistig-seelische Gesetzmässigkeiten aus eigener Anschauung erkennen, und damit ein Werkzeug gewinnen, mit dem Du Dich verändern kannst.

 

 

Zurück zu Bibel und Bekenntnis?

Die Gegenwart ist die Folge der Vergangenheit. Wem die Gegenwart nicht gefällt, der muss jetzt die Ursachen für eine bessere Zukunft setzen. Doch ist man dazu bereit? Will man nicht lieber eine Vergangenheit beschwören, wo die heutige Problematik noch nicht offenbar war?

Die konservative Christenheit wurde aufgeschreckt durch die Befürwortung der Homo-Ehe seitens kirchlicher Würdenträger, und schon kommt der Ruf: Zurück zu Bibel und Bekenntnis!

Ja, gerade das tote Bibel- und Bekenntnischristentum wacht ja dann erst auf, wenn ihm etwas gegen den Strich läuft. Es entfaltet gerade kein reiches Geistesleben, das unvernünftige Entwicklungen schon im Vorfeld als solche entlarvt.

Einer der bedeutendsten reformierten Apologeten vor dem Ersten Weltkrieg fragte: „Was hat uns aber der Gegensatz des Mystizismus, der platte, nüchterne, aufgeklärte Protestantismus, mit seiner Orthodoxie ohne Feuer noch Geist gebracht? “ und er antwortet darauf „„Ein totes Formel- und Dogmenwesen, ein bloßes Ja-, Ja-sagen, ohne auch nur eine Ahnung von den Kräften der zukünftigen Welt, von der Freiheit und Macht, von dem Brausen und Rauschen des Heiligen Geistes, von einem inneren mit Christo in Gott verborgenen Leben. Mit Lehrsätzen allein kommt man aber nicht in den Himmel.“ (Fr. Bettex)

Wenn „erwachsene Menschen Glaubenstraditionen und – praktiken wie Kinder akzeptieren sollen, denen man sagt, sie sollen die Augen zu- und den Mund aufmachen und alles schlucken, was man ihnen gibt “ führt das „niemals zur Reife“, sondern „im besten Fall zu Borniertheit, im schlimmsten Fall zur Kultbegeisterung.“ (J.I. Packer). Hempelmann, von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen schrieb: „Sie ersetzen Gewissheit durch Sicherheit. Sie lassen sich von einer Vollkaskomentalität beherrschen, die die Wahrheit des Glaubens an den dreieinigen Gott der Anfechtung zu entziehen versucht.“ (EZW-Texte 206)

Weil das so ist, versagt „der Fundamentalismus (…) vor dem Kontakt mit der Gegenwart, und zwar nicht deshalb, weil er der zeitlosen Wahrheit, sondern weil er der gestrigen Wahrheit verhaftet ist. Er macht etwas Zeitbedingtes und Vorübergehendes zu etwas Zeitlosem und ewig Gültigem. Er hat in dieser Hinsicht dämonische Züge. Denn er verletzt die Ehrlichkeit des Suchens nach der Wahrheit, ruft bei seinen denkenden Bekennern eine Bewußtseins- und Gewissensspaltung hervor und macht sie zu Fanatikern, weil sie dauernd Elemente der Wahrheit unterdrücken müssen, deren sie sich dunkel bewußt sind.“ (Paul Tillich)

„Der Fundamentalist ist überzeugt, Zeuge des Absoluten zu sein. Er hat keine Fragen, nur Antworten.“ (Prälatin Gabriele Wulz, Ulm) – und ist damit geistlich tot. Denn nur aus lebendigem Fragen werden Antworten zur Nahrung der Seele.

Papageiern…

Der geachtete Evangelikale A.W. Tozer spürte das Verlangen der Menschen nach wirklichem spirituellem Leben: „ die Gemeinde Christi (lechtze) heutzutage nach Menschen, die zur Lösung geistlicher Probleme ihren durchläuterten, engagierten Verstand gebrauchen.“ Doch musste er sich eingestehen:

„ Unglücklicherweise hat der Fundamentalismus niemals (!) einen großen Denker hervorgebracht. Wenn man das Werk der religiösen Presse seit der Jahrhundertwende überprüft, wird man nicht ein einziges Buch von einem Fundamentalisten finden, das den Beweis unabhängigen Denkens erbringt.

Wir, in den Evangeliumsgemeinden, haben … uns damit zufrieden gegeben, die Worte anderer Männer nachzuplappern und religiöse Klischees ad nauseam [bis zum Erbrechen] zu repetieren. Obwohl meine geistlichen Sympathien ganz auf der Seite des orthodoxen christlichen Glaubens stehen, muss ich dennoch bemerken, dass der Evangelikalismus, wie er im letzten halben Jahrhundert verfochten und gelehrt worden ist, die Tendenz hat, kritischgeistige Fähigkeiten zu paralysieren und konkretes Denken zu verhindern. Moderne Evangeliumschristen sind Papageien, keine Adler, und anstatt auf und ab zu segeln, um die grenzenlose Weite des Himmelreichs Gottes zu erforschen, sind sie damit zufrieden, auf ihren vertrauten Ästen zu sitzen und mit Fistelstimmen religiöse Worte und Phrasen nachzuplappem, deren Bedeutung sie kaum verstehen. In ein oder zwei Generationen wird das, was jetzt noch Evangelikalismus ist, zu Liberalismus geworden sein. Kein lebendiges Wesen kann lange von seiner Erinnerung existieren.

Die Christen dieser Generation müssen selbst hören und sehen, wenn sie der religiösen Stumpfsinnigkeit entfliehen wollen. Abgenutzte Schlagworte können sie nicht retten. Wichtige Gedanken werden in Worten ausgedrückt, doch ist es eine der Tragödien im Leben, dass Worte selbst dann noch widerhallen, wenn ihre Bedeutung schon lange verblasst ist. Das führt zu dem Ergebnis, dass gedankenlose Männer und Frauen glauben, die Realität gepachtet zu haben, nur weil sie sich der Worte noch bedienen. Genau an diesem Punkt befinden wir uns heute.“

Er kommt deshalb zu dem Resümee: „Tatsächlich ist die gesamte evangelikale Welt im Großen und Ganzen einem gesunden Christentum eher hinderlich. Ich denke dabei nicht an den Modernismus. Ich meine damit eher die bibelgläubigen Massen, die Rechtgläubigkeit für sich beanspruchen.

Wir müssen der Wahrheit ins Angesicht blicken: Der geistliche Zustand unter uns in seiner Gesamtheit ist niedrig.”

 

Die Lösung

Alle Abweichungen vom Weg des Lebens beruhen nach Madame de Guyon (1648-1717) auf dem Verlust der Innigkeit. „Wäre diese wieder hergestellt, wären jene gewiss bald ausgerottet. Wo Glauben und Gebet einer Seele abgeht, bemächtigt sich ihrer der Irrtum. “

Wahrer Glaube ist nach den Worten des Missionars E. Stanley Jones „ein Abenteuer des Geistes, ein Eingehen unseres ganzen Innenlebens auf etwas, das uns im höchsten Sinne als der Mühe wert erscheint. “ Das spüren immer mehr Zeitgenossen. Der freikirchliche Prediger Cristof Lenzen wurde sich dessen bewusst, als er diesen Satz im Autoradio hörte: „Wir brauchen im Leben zwei Dinge. Etwas, das uns satt macht, und etwas, das uns hungrig macht.“ Dieser hat ihn am Fahrbahnrand anhalten lassen. „ denn er bringt ganz viele Seiten in mir zum Schwingen – aber er hat mich gleichzeitig traurig gemacht. Denn sofort bin ich bei der Standardantwort eines guten Christen: Jesus. Er macht satt – aber er macht auch hungrig nach mehr, nach Leben, nach Fülle, nach Hineinwachsen in seine Wesensart.

Und ja, diese Antwort ist absolut richtig. Doch ich spüre auch, wie lange Zeit kein Hunger mehr da war. Gerade weil Jesus zu sehr Antwort auf alle Fragen war und zu wenig auch Abenteuer und Geheimnis. Da hat nichts mehr meine Sehnsucht angefacht!

Gleichzeitig hatte ich mich um die Beziehung zu Jesus abgekämpft und war müde und, ja, auch bitter geworden. “

„Gläubig ist nicht jemand, der an eine Heilige Schrift glaubt, sondern jemand, der Notfalls selber eine schreiben könnte.“ (Schleiermacher)

Was ganz gewiss auf uns zukommt,

ist die Abschaffung des Bargeldes. Damit erfüllt sich eine zweitausendjährige Prophezeiung, die da lautet, dass das „Tier“ unterschiedslos alle Menschen dazu bringen wird, ein Kennzeichen anzunehmen, ohne das man weder etwas kaufen noch verkaufen kann (Offb 13, 16-17). Dass sich das in unserer Zeit erfüllen würde, ging mir bereits 1972 oder 73 auf, als ich im Bayerischen Rundfunk eine Sendung mit dem bezeichnenden Titel „Die Sklaven des Computers“ hörte.

Das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) hatte doch gerade erst begonnen, und schon konnte man von einer neuen Versklavung sprechen, einer Sklaverei, von der kein Mensch ausgenommen sein würde ? Wer machte sich da zum Herrn, zum Gott der Menschheit?

Hellsichtig hieß es da „ Dabei wird immer deutlicher, dass die EDV die viel einschneidendere Technologie [gegenüber der Atomkraft] ist, weil sie sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt. Während die Kernenergie nur als Ersatz von Kohle und Oel eingesetzt werden kann, bestehende Strukturen, bekannte politische und wirtschaftliche Systeme jedoch nicht verändert, muss man beim Einsatz der Computertechnologie gerade mit dieser Wirkung rechnen.“

Heute sind wir mittendrin in diesen rasanten Veränderungen, ohne dass uns wirklich zu Bewusstsein kommt, dass der eingeschlagene Weg tatsächlich in die größte Unfreiheit führt. Wie schläfrig sind wir doch gegenüber den Zeitereignissen! Kann uns überhaupt noch etwas aus dem Schlaf reißen? – Man muss sich nur einmal ansehen, wie die Menschen ständig auf ihr Smartphone schauen! Man könnte denken, sie werden von ihm an der Leine gehalten und Gassi geführt.

Aber es ist diese Bequemlichkeit und unser Sicherheitsdenken, dass uns willig die „Segnungen“ unseres selbstgemachten Gottes annehmen lässt. Dabei müsste man doch denken, dass wenigstens Christen wach sein würden? – Aber weit gefehlt! Ein gutes Beispiel für christlichen Tiefschlaf liefert Schweden. 64,8% der Bevölkerung bezeichnen sich als Christen, von denen ein großer Teil zu den Pfingstkirchen zählt. Keinem dieser Christen ist offenbar aufgefallen, dass die Vorreiterrolle, die Schweden im bargeldlosen Zahlungsverkehr einnimmt, die Verwirklichung von Offenbarung 13 ist. Selbst die Kirchenkollekte wird elektronisch eingesammelt und Obdachlose haben ebenfalls ein Gerät erhalten, mit dem sie ihre Almosen von den Passanten empfangen können. Verstärkt lässt man sich inzwischen sogar Mikrochips unter die Haut injizieren, wie dieses Video zeigt:

https://www.facebook.com/N24/videos/10154530424887554/

Werden Schwedens Christen noch die Kraft finden, aus diesem System auszusteigen? Werden wir die Kraft haben, „Nein“ zu sagen, wenn das Bargeld abgeschafft wird? – Denn was das bedeutet, ist klar: Wer „Nein“ sagt, beraubt sich völlig seiner irdischen Existenzgrundlage.

Zwar suchen Christen nicht das Irdische – wird behauptet – aber in der Praxis sieht es ja so aus, dass wir an vielem in dieser Welt hängen und uns nicht bemüht haben, davon loszukommen. Und wenn wir nicht an Dingen oder sonstwas hängen, dann doch vielleicht an Menschen, an den Eltern, den Partnern, den Kindern. Ein „Nein“ kann also auch ein „Nein“ an sie bedeuten, wenn diese das System bejahen.

Das Gebot der Stunde lautet deshalb für alle, die gerettet werden wollen: innere Erkraftung!

Der Hl. Geist und die Wahrheit

Alle Christen behaupten ja den Hl. Geist empfangen zu haben, auch wenn dieser „Empfang“ sich nicht als übersinnliches Geschehen manifestierte. Trotzdem herrscht unter ihnen eine Streitlust, die kaum eine Bibelstelle unangetastet lässt und oft genug dem anderen das Christsein abspricht. Das ist bei denen, die eine „besondere Salbung“ empfangen haben wollen (Pfingstler, Charismatiker usw.), nicht anders. Wenn es wahr sein sollte, dass wir den „Geist der Wahrheit“ haben, der uns in „alle Wahrheit leiten“ will (Jo 16,13), dann stellt dergleichen eigentlich eine Unmöglichkeit dar.
Wir müssen gar nicht darüber diskutieren, ob wir den Hl. Geist empfangen haben oder nicht. Der Hl. Geist kann nichts bewirken, wenn wir an der Wahrheit kein wirkliches Interesse haben. Das ist in der Regel bei den meisten Menschen der Fall. Das ändert sich auch nicht sogleich, wenn man sich für den Glauben entschieden hat. Da kann man sogar, um vermeintliche Glaubenswahrheiten zu retten, blind gegenüber anderen Wahrheiten werden.

Wer an bestimmten Wahrheiten ein Interesse hat, wird auch immer mehr Wahrheiten erkennen, die damit in Zusammenhang stehen. Erkenntnis der Wahrheit ist kein geheimnisvolles Geschehen, sondern das einfache Zusammenschauen zweier oder mehrerer Tatbestände. Durch ein solches Vergleichen erkennt man, was sie gemeinsam haben und was sie trennt. Ein profanes Beispiel dafür: Wenn ich einen Apfel und eine Birne vor mir habe und in sie hineinbeiße, kann ich feststellen, dass sie eßbar sind, und in dieser Hinsicht etwas gemeinsam haben. Der Geschmack und das Äußere unterscheiden sie. Damit habe ich schon einige Wahrheiten erkannt. Sehe ich nun beide in der Natur, dann stelle ich fest, dass es Baumfrüchte sind. Vergleiche ich Bäume untereinander, erkenne ich, dass es davon die verschiedensten Arten gibt, usw.

Erkenntnis der Wahrheit ist etwas, das im profanen Bereich ganz natürlich geschieht. Trotzdem kann man sagen, dass die Menschen die Wahrheit nicht an sich lieben, sondern nur insoweit, wie sie zur Verfolgung persönlicher Ziele nützlich ist. Ein Börsenmakler wird deshalb viel über Finanzen wissen, von denen ein Kleingärtner gar nichts versteht, und umgekehrt.
Im christlichen Glauben aber geht es, wie in der Philosophie oder auch der Wissenschaft, um die ganz großen Fragen, nämlich das, was „die Welt im Innersten zusammenhält“ (Faust). Darüber, mit Verlaub, möchte man mit keiner Hausfrau diskutieren.

Ist nun Wahrheit demzufolge nur etwas für „große Geister“? – Ja und Nein, denn jeder große Geist hat einmal klein angefangen.

Das Grundproblem des Menschen empfindet jeder: Es ist der Tod und das Leiden. Die Bibel, als Dokument eines historischen Geschehens verweist auf eine Antwort darauf: Jesu Auferstehung. Nimmt man sie als Faktum, dann würde das mit logischer Konsequenz implizieren, dass es außer dem Materiellen Geistiges gibt, und dieses grundsätzlich übergeordnet ist.

Von diesem Geistigen, wenn es denn tatsächlich existiert, kann ich aber nicht nur aus der Bibel wissen, sondern muss ich als Mensch unmittelbare Gewißheit erlangen können. Denn ich muss im Wesentlichen gleicher Beschaffenheit wie Jesus sein, wenn für mich oder irgendeinen anderen Menschen Jesu Auferstehung eine Bedeutung haben sollte.

Da die Bibel keine Darstellung komplexer Zusammenhänge bietet, aber jede Wahrheit mit anderen Wahrheiten zusammenhängt, ist offensichtlich, dass „biblische Wahrheiten“ ihre mögliche Evidenz nur durch außerbiblische Wahrheiten erlangen können. Auch die Inhalte der Bibel sind nur „Stückwerk“. Ein „sola sciptura“ kann deshalb nur geistliche Unfruchtbarkeit bedeuten.

Nun haben wir ja heute nicht nur viele naturwissenschaftliche Wahrheiten erkannt, sonder auch eine Fülle an empirischen Daten, deren Auswertung ein recht deutliches Bild über den Zusammenhang von Geistigem und Materiellem und dem Leben nach dem Tod ergeben könnte. Alles das darf nicht, wenn man wahrhaftig sein will, zugunsten liebgewordener traditioneller Vorstellungen ignoriert oder zurechtgebogen werden.

Als Letztes: Alle Wahrheiten ergänzen und beleuchten sich gegenseitig. Unwahr ist alles was unlogisch ist.

Nicht der Glaube macht uns frei, sondern allein die Wahrheit (Jo 8,32). Deshalb ist ihr Fehlen im Leben von uns so verhängnisvoll und der christliche Glaube für viele ein Spott!

Jesus sprach zu mir

Vorgestern, am 30. 04., gegen 05.00 Uhr sprach Jesus im Traum zu mir: „Viele machen sich selbst zum Christus und folgen mir nicht nach.“

Dem kann ich aus eigener Sicht voll zustimmen, trotzdem fragte ich mich auch, ob ich unter diesen sein könnte. Das will ich auf keinen Fall! Ich hoffe, dass auch die Leser meines Blogs diese Worte auf sich wirken lassen.

Das Glück ist jetzt

Die revolutionärste Tat, die ein Mensch auf dieser Welt begehen kann, ist Glücklichsein.“  Hunter „Patch“ Adams

 

Ich bekenne: ich bin glücklich! Es ist auch nichts leichter als das, denn das Glück kennt keine Bedingungen. Man kann es also sofort haben. Deshalb ist es aber auch nicht so leicht, glücklich zu sein. Ein scheinbares Paradox, das sich eben aus unserer gewohnten Vorstellung ergibt, alles sei an etwas geknüpft. Wir denken, erst müssten wir einen richtigen Beruf haben. Dann, die richtige Frau, den richtigen Mann. Dann wieder dies und jenes. So bleibt das Glück immer in unerreichbarer Ferne.

Wir denken, um glücklich sein zu können, müssten wir erst etwas tun, das keinen Spaß macht, und dann winke, gleichsam als Belohnung, das Glück.

Unser Glück wächst, wenn wir das Glück bereits haben. Glück erzeugt Glück. Unlust erzeugt Unlust. So funktionierts. Das sind die Gesetzmässigkeiten*. Und wenn Du denkst, in der Zukunft könne etwas passieren, das dich unglücklich machen könnte, dann holst Du mit dieser Befürchtung bereits das Unglück in die Gegenwart hinein. Nein, nie kann Dir etwas zustoßen, das Dich unglücklich machen könnte. Bleibe einfach im Glück, Du musst nichts anderes unternehmen als im Glück zu bleiben, es zu genießen.

Das Glück ist unser natürlicher Zustand. In uns selbst sprudelt die Quelle der Freude. Diese Erfahrung machen wir als kleine Kinder, doch dann werden wir konditioniert, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren, und schon ist`s vorbei mit unbefangenem Glücklichsein. Fortan wird unser Glück, ohne das wir es merken, an Bedingungen geküpft. Deshalb gibt es nur eines: den gordischen Knoten durchzuhauen.

Das geschieht, indem wir uns bewusst werden, dass wir ewige Wesen und damit frei und unabhängig von allen Bedingungen sind. Nun können wir alle Schatten der Vergangenheit besiegen, da wir eins mit der Quelle alles Guten sind und es außerhalb dieser Quelle nichts Erstrebenswertes gibt. Wir werden wieder frei von allen Konditionierungen.

Also setze das Glück an die erste Stelle. Denn alles Streben des Menschen hat nur dieses eine Ziel. Der Glücksforscher Barry Kaufman sagte: „Wir verschwenden Energie, wenn wir glauben, wir kämen durch äußere Veränderungen oder Verbesserungen dem Glück näher. Wir können dem Glück nicht näher kommen. Denn es ist schon da. Und dass wir das sehen, ist die einzig notwendige Veränderung. Wir können erkennen, dass wir in jedem Moment glücklich sein können, egal wie die Umstände sind.“

In tiefster Depression

Als ich in tiefsten Depressionen steckte, sagte ich mir, dass ich glücklich sei. Das schien der reinste Hohn. Jede Minute wurde mir das Gegenteil bewiesen. Was flehte ich doch zu Gott, mich aus meinem Elend zu reißen. Aber nichts geschah. Keinerlei Hilfe außer der, dass ich einfach an der Wahrheit bleiben musste, dass ich glücklich bin.

Dass diese Wahrheit zum Erfolg führt, dafür bin ich das beste Beispiel. Die Depressionen sind längst hinter mir und ich weiß, mich wird auch nie wieder eine treffen. Heute bin ich glücklich. Das kann ich wirklich bezeugen.

Aber der Weg war schwer. Die tagtäglichen Anfechtungen, die aus meiner Gemütslage kamen, konnten nur überwunden werden, indem die Wahrheit, dass ich schon glücklich sei, durch viele andere Wahrheiten, die ich in meinem Lebenskampf erkennen durfte, gestärkt wurde. Noch einmal Barry Kaufman: „Solange wir unser Glück in der Veränderung der äußeren Umstände suchen, werden wir nicht zufrieden sein. Nach jeder Wunscherfüllung werden wir bald wieder den Eindruck haben, dass etwas fehlt. Aber es fehlt nichts. Und nichts hindert uns am Glück außer unseren Denkgewohnheiten.“

Kevin Smith, Professor am New England Research Institute kam nach der Untersuchung des Glücksgefühls bei Menschen, die durch Krankheiten, Unfälle oder Schicksalsschläge aus ihrem gewohnten Dasein gerissen wurden, zum Ergebnis: „Sie suchen das Glück nicht mehr außen, sie finden es innen. Wie von selbst meldet es sich, wenn die äußeren Ziele unwichtig werden.“ Deshalb sind Mystiker, deren Aufmerksamkeit allein Gott gilt, die glücklichsten Menschen.

*„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Mt. 25,29) In der Soziologie wird diese Gesetzmässigkeit der „Matthäus-Effekt“ genannt.

Laien und Experten

Der Unterschied dürfte klar sein. Die Experten sind diejenigen, die wirklich etwas von einer Sache verstehen, die kompetent sind. Von den Laien erwartet man das nicht.

Jeder, der wirklich etwas wissen will oder in irgendeiner Sache Hilfe benötigt, wendet sich deshalb lieber an einen Fachmann, denn an einen Dilettanten. Niemand wird sich gern von einem Bäckermeister operieren lassen, nur weil der sich ein paar Filme über Operationen angeschaut hat und einige anatomische Kenntnisse besitzt.

In religiösen Dingen ist es aber in den weitaus meisten Fällen umgekehrt: Da hat der Nichtwisser das Sagen! Weshalb das so ist, ist einfach zu verstehen.

In religiösen Dingen muss man, um von ihnen kompetent reden zu können, in Dimensionen vorgestoßen sein, die dem normalen Menschen verschlossen sind. Das drückt Paulus so aus: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen“ (1. Kor. 2,14). Der natürliche Mensch ist also für alles Spirituelle blind!

Man kann zwar Theologie studieren und damit etwas wissen über die Zeit der Entstehung biblischer Texte, über das, was dieser oder jener innerhalb der Kirchengeschichte gesagt hat, man kann die Bibel studieren und die verschiedensten Zusammenhänge zwischen einzelnen Textstellen herstellen – aber damit bleibt man, so nötig das alles auch sein kann, trotzdem noch im Äusseren. Man hat damit noch keine geistliche Kompetenz. Denn die innere Anschauung dessen, was geglaubt werden soll, fehlt.

Aus diesem Mangel erklärt sich die Zerstrittenheit der Christen. Jeder hat seine Meinung, aber nicht die Wahrheit! So sind die einen geneigt zu sagen, es komme nicht auf irgendwelche Ansichten an, sondern allein auf die Liebe. Doch das ist dann oft nur ein Wort für spirituelle Gleichgültigkeit. Es führt deshalb zu einer Nivellierung, zu einer Absage an jedes Wahrheitsstreben. Damit stirbt auch die Liebe, denn sie schwebt nicht im luftleeren Raum, sondern wächst und gedeiht nur unter bestimmten Bedingungen.

Das andere Extrem ist der Fanatiker. Er wird so sehr von Unsicherheit beherrscht, dass er keine Abstriche von seiner einmal gefassten Meinung machen kann und diese jedem anderen aufzudrängen versucht. Solche Menschen sind besonders unter den Fundamentalisten zu finden. Sie streben nach der reinen „biblischen Lehre“ und wollen nichts wissen als das, was explizit in der Bibel steht. Sie übersehen dabei völlig, dass es eine „biblische Lehre“ nur geben kann, wenn man Erkenntnisse hat, die über das in der Bibel Gesagte hinausgehen. Denn die Bibel ist kein systematisches Lehrbuch.

Ihr Weg führt deshalb in die Erstarrung. Man kann das sehr deutlich an kleinen Gemeinschaften sehen, die in dieser Hinsicht besonders fromm sein wollen. Vor wenigen Jahren konnte man eine Dokumentation über die Mennoniten in Mexico sehen. Zum Gottesdienst war das Filmteam nicht zugelassen. Danach aber interviewten sie zwei Besucherinnen nach dem Inhalt der Predigt. Die Antwort: „Es wurde gesagt, dass wir uns bekehren sollten“.

Das also war der Inhalt der Predigt in einer Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten von der Welt isoliert lebt! Da erwartet man, dass tiefe Geheimnisse enthüllt würden, da ja die Anfangsbedingungen jedem Glied der Gemeinschaft von Kind auf intus sein müssten – stattdessen dieser Appell an Erwachsene! Wo ist da Glaubenswachstum? Wo ein Hineinwachsen in eine unbekannte Dimension (s.o.) ?

Als Fazit können wir sagen, wir gewinnen nichts wenn wir auf die christlichen Sadduzäer oder Pharisäer hören, die heute wie damals das religiöse Leben dominierten. Sie können uns nichts über die wahren Hintergründe der Welt, nichts über die spirituellen Dimensionen oder gar Gottes Wesen sagen, da sie es nicht kennen. Das ist allein, natürlich graduell verschieden, Erkennenden und Heiligen beschieden. Von diesen gibt es nicht viele…

Wenn es nach Gott ginge, …

dann wären bereits alle Menschen erlöst, dann würde kein Mensch und kein Tier mehr leiden. Es gäbe kein Übel mehr auf der Welt, nichts Böses. Keine Krankheiten und Gebrechen würden den Menschen plagen. Streit und Kriege würde man nur noch vom Hörensagen kennen. Es gäbe keinen Tod mehr. Nur unaufhörliche Glückseligkeit. Aber es geht nicht nach Gott. Wenn der Mensch nicht will, kann Gott kann nichts gegen des Menschen Willen für ihn tun.

Andererseits, Gott hat bereits alles getan, was dem Menschen die Befreiung von allem Übel ermöglicht. Der Mensch muss es nur ergreifen. Zumindest Christen könnten frei von allem Negativen sein, da sie behaupten, die Gnade angenommen zu haben und Gott zu glauben. Aber da sieht es oft nicht viel anders aus als bei den sogenannten „Kindern der Welt“. Auch sie erwarten, dass Gott ihnen einfach alles Leiden wegnimmt. Doch gerade das ist Gott unmöglich.

Denn würde er uns einfach für immer vom Leiden befreien, dann wären wir mitsamt dem Leiden verschwunden! Unser falschen Denken, Fühlen und Wollen ist nämlich Ursache aller unserer Leiden, und unsere persönliche Existenz gründet auf unserem Denken, Fühlen und Wollen.

Es gibt also nur einen Weg, wie wir frei werden können: Durch Erkenntnis der Wahrheit (Jo 8,32) und dem damit verbundenen Umdenken (Rö 12,2) : „…werdet verwandelt [griech. metamorphoō. Metamorphose!] durch die Erneuerung eures Sinnes [griech. Nous = Verständnis]“ . Durch anderes Denken verändern sich unsere Gefühle und durch die Gefühle schließlich auch unser Wollen. Wenn wir also das Heilsame suchen und verwirklichen, werden wir heil werden. Anders bleiben wir, ob Christ oder Nichtchrist, weiterhin allem Übel unterworfen.

Wir können deshalb nicht einfach in den Tag hineinleben, sondern „müssen“ erforschen, was die Ursachen unserer ganz persönlichen Krankheiten sind (die ja nach der Bibel primär nicht in Viren oder Bakterien oder genetischen Defekten liegen), „müssen“ uns fragen, weshalb wir immer wieder das tun, was wir nicht möchten, oder weshalb wir sogar das zum Leiden führende Tun lieben und deshalb nicht aufgeben möchten. Wir brauchen also eine ganz andere Bewusstheit für das Wesentliche im Leben. Nur so können wir allmählich frei werden, gemäß Goethes Spruch:

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“.