Du kannst Dich ändern…

Falsche Ansätze

Dass die Menschheit im Argen liegt, war schon immer offensichtlich. In der Neuzeit kam man auf die Idee, dass der wissenschaftliche Fortschritt im Verein mit den technischen Mitteln, die Erde in ein Paradies verwandeln könnte. Diesem Wahn hängt man heute immer noch an, aber eher mehr aus Gewohnheit und ökonomischen Sachzwängen.

Der Marxismus erkannte wenigstens, dass der Mensch geändert werden müsse, und man glaubte ein neuer Typus würde dadurch entstehen, dass die Wirtschaft in die Hände der Produzierenden gelange. Aber der Ostblock brachte keinen neuen Menschen hervor. Doch immer noch meint man, eine gerechtere Verteilung des Reichtums würde die menschlichen Probleme lösen.

Allen diesen Vorstellungen ist gemein, dass der Mensch die Lösung seiner Probleme im Außermenschlichen sucht. Im Grunde heißt das ja, ich bin gar nicht das Problem, sondern die Natur, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse sind es. Und wenn man merkt, es ist doch der Mensch, dann ist es natürlich der Andere, der sich ändern muss (sehr gut im Ehestreit anschaulich!).

Selbstbetrug vieler Christen

Von dieser Projizierung des Übels und der Lösung desselbigen auf Außermenschliches ist natürlich der christliche Glaube nicht ausgenommen. Diesen Selbstbetrug, den jeder von uns Menschen fast triebhaft in jedem Augenblick vollzieht, muss durchschaut werden!

Zwar gibt jeder Christ zu, dass er ein Sünder ist und der Erlösung bedarf – aber damit hat es sich auch schon…

Wem ist wirklich gegenwärtig, dass Erlösung nichts anderes heißen kann, als Erlösung vom Sündersein ? D.h. ich, Du musst grundlegend geändert werden, ich und Du, wir müssen uns ändern. Das ist die vordringlichste und unausweichliche Aufgabe eines jeden Menschen!

Da es eben eine grundlegende Sache ist, kann ich mich natürlich auch nicht ändern indem ich die Gebote halte und „gute Werke“ tue. Gebote und Gesetze müssen ja nur denjenigen gegeben werden, deren innere Natur aus eigenem Antrieb gegen diese rebelliert. Menschliche Ordnungen können deshalb nur durch Gebote und Gesetze (s. Staat) aufrechterhalten werden. Eine Lösung der menschlichen Probleme sind sie nicht. Da muss man tiefer ansetzen.

Der Mensch kann nur dadurch ein neuer Mensch werden, wenn alles aus einer neuen Grundlage hervorgeht. Nur aus einem Apfelkern geht ein Apfelbaum hervor, aus einem Pinienkern eine Pinie.

Auf den Menschen übertragen heißt das: Nur aus Deiner Identifikation mit dem physischen Körper gehen Sünde und Tod hervor. Das beinhaltet natürlich auch die ganz natürliche Identifikation mit dem, was Du bisher im Leben erlebt und erfahren hast, die Identifikation mit Deinen Gefühlen, Vorlieben und Abneigungen. Das alles ist Deine Vergangenheit. Wer aber zurückschaut, ist nicht geschickt zum Reich Gottes (Lk. 9,62).

Wenn Du Dich aber identifizierst mit Deiner Unsterblichkeit, dann gehen aus ihr nur Klärung, Reinigung, Gesundung, Heiligung und Heiligkeit hervor.

Das alles geht natürlich nur allmählich, wachstümlich, wie bei einem Baum, die ja auch nicht schon beim ersten Sproß Frucht bringt.

Aber Du musst nicht denken, dass Du deshalb die Hände in den Schoß legen kannst. Christen, die ein falsches Gnadenverständnis haben, meinen, sie müssten sich nicht wirklich grundlegend ändern, sondern es genüge, sich nach dem Tod auf das „Sühneopfer Christi“ zu berufen, und das würde ihnen ewige Glückseligkeit sichern.

Merken wir, wie sich hier wieder der große Selbstbetrug, von dem wir am Anfang sprachen, meldet?

Wieder bin ich es nicht, der sich ändern muss, sondern ich erwarte das Heil von einer neuen Umgebung, in die ich quasie durch eine Zauberformel oder durch ein Losungswort (so, wie man durch das richtige Losungswort Zugang zu verschlossenen Gesellschaften erhält) versetzt werde. Der Tod, obwohl in der ganzen Bibel, negativ bewertet, wird zur wahren Erlösung umfunktioniert.

Christus spielt eigentlich eine ganz untergeordnete Rolle, eben die eines Lösungswortes. Nichts weiter!

Dabei könnte doch hinreichend bekannt sein, dass eine neue Umgebung wirklich nichts am Charakter eines Menschen ändert. Aus allen Mitteilungen, die wir von im Glauben fortgeschritterneren Menschen über das Leben nach dem Tod, erhalten haben, geht genau das hervor.

Du bist und bleibst eben das, was Du wirklich bist, was also wirksam in Dir lebt, und nicht was Du glaubst. Glaube ist nur ein Mittel, das Dir auf Erden zur Verfügung steht, damit Du Dich ändern kannst, also wodurch langfristige, neue Wirkungen möglich werden.

Entsprechend Deinen wirklichen Qualifikationen wird sich Dein Leben nach dem Tod gestalten.

Der eine bringt 30-, 60- oder gar 100-fältig Frucht, hat wenig oder viel mit seinen Talenten gewuchert. Entsprechend ist sein Lohn, d.h. das rechte Leben ist der Lohn selbst, wie das sündige Leben auch der Lohn selbst ist. Bei beiden ist das nicht sofort offensichtlich. Sünde kann lange Zeit Spaß machen, später wird erst die Kehrseite sichtbar. Richtig zu glauben und zu denken, kann länger anscheinend vergeblich sein, bis man merkt, dass sich etwas Neues gebildet hat, ein neuer Tragegrund, eine wirkliche Gelassenheit, wo man vorher ungelassen blieb.

Worauf es ankommt

Glauben ist ARBEIT AN SICH SELBST. Die Gnade besteht einzig darin, dass uns alle Mittel zur Verfügung stehen, um diese Arbeit zum Erfolg führen zu können.

„Arbeit“ klingt nach Anstrengung und hat hier eigentlich keinen Platz. Wenn ich trotzdem diesen Begriff in Ermangelung eines besseren verwende, dann deshalb, weil wir genötigt sind, zu arbeiten.

Genauso wenig können wir uns der Nötigung entziehen, uns zu ändern, wenn wir einmal ewig glücklich sein wollen.

Worin aber besteht das Wesen dieser Arbeit an sich selbst? – Sie besteht gerade darin, dass wir lernen total gelassen, völlig sorglos zu werden, völlig entspannt durchs Leben zu gehen! Das fällt nämlich dem natürlichen Menschen am schwersten. Denn das Äussere bedrängt uns, und deshalb sind wir permanent unruhig. Ständig denken wir, dass wir etwas machen müssen.

Als Christen sind wir erlöst. Deshalb gibt es für uns überhaupt nichts mehr zu tun. Im Bewusstsein dessen, dass es nichts mehr zu tun gibt, können wir in die heilsame Ruhe eingehen (Hebr. 4,3), und wenn uns das gelungen ist, haben wir ewig Ruhe! Vorher nicht…

Da es in diesem Sinne sehr viel zu tun gibt, ist Zeit das kostbarste Gut, das wir haben. Deshalb ist es unverständlich, dass viele Christen ihre Zeit mit allerlei Unnötigem vertändeln (Eph. 5,16). So wird man am Ende des Lebens nicht viel weiter gekommen sein, als am Anfang.

„Betet ohne Unterlass.“ (1. Thess. 5,17) – damit ist natürlich nicht gemeint, ständig in Worten irgendwelche Bitten vorzubringen, sondern im ständiges Bewusstsein unserer wahren Natur zu leben oder über dieses zu meditieren.

Seid vollkommen!

Ein großer Stein des Anstoßes unter denen, die Christen sein wollen, ist die Aufforderung Jesu „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Mt. 5,48 . Mit diesem Satz konfrontiert, heißt es sogleich, dass kein Mensch vollkommen sein kann. Also wird dieses dezidierte Wort Gottes vollkommen ignoriert. Dagegen mag man vielen Wert darauf legen, dass die Mitbrüder und -schwestern ja an die Personalität eines Teufels oder ein wortwörtliches Sechstagewerk glauben… Größer kann die (unbewusste) Heuchelei nicht sein. Man macht sich und anderen etwas vor.

Wenn Jesus uns auffordert vollkommen zu sein, dann hat uns Gott auch die Befähigung dazu geben. Sonst würde eine solche Aufforderung keinen Sinn machen. Der erste Schritt muss deshalb sein, zu glauben, dass ich vollkommen sein kann. Denn kein Mensch wird etwas in Angriff nehmen, was ihm aussichtslos erscheint.

Wer in der Heiligung etwas fortgeschritten ist, erkennt möglicherweise sogleich, dass jeder Mensch ontologisch gesehen, bereits vollkommen ist. Jedes Lebewesen ist ein spezifischer Ausdruck des Lebens an sich. Das Leben ist vollkommen. Das Leben ist ewig. Es ist Gott (Vater).

Nur auf dieser Grundlage kann Gott uns das geben, was in der Bibel als „ewiges Leben“ bezeichnet wird. Denn das, was wir bisher erfuhren als lebendige Wesen, bezeichnet die Bibel als Tod (Eph. 2,21). Wer leidet oder anders mit seinem Dasein unzufrieden ist, drückt genau das aus. Er sagt vielleicht: „Das ist kein Leben mehr, was ich jetzt lebe. Es ist ein Sch…leben!“

Alle Menschen leben ewig. „Ewiges Leben“ haben aber nur die, die sich von den Vollkommenheit bestimmen lassen. Nur die, werden auch vollkommen werden, d.h. ins Leben eingehen (Mt. 19,17).

Es ist damit also jene Qualität des Lebens gemeint, die im Einklang mit dem Leben an sich ist.

Der neue Mensch

Es wurde gesagt, das Leben an sich sei vollkommen. Was heißt „vollkommen“? Es heißt, es bedarf nichts außerhalb seiner selbst. Im Vollkommenen ist keinerlei Mangel.

Genau ein solches Leben der Fülle, das keinerlei Mangel mehr kennt, ist uns gegeben und wird immer mehr zur Erfahrung, wenn wir uns am Ewigen genügen lassen und damit allen Mangel aufgeben, den der natürliche Mensch am Leben hält, indem er ständig denkt: „Ich habe dies nicht, ich habe das nicht. Mir fehlt dies, mir fehlt das. Das kann mir schaden. Das kann mir nutzen.“

In Wahrheit benötigen wir nichts aus dieser Welt oder der Schöpfung überhaupt. Dadurch, dass wir ewig sind, sind wir vollkommen und haben keinerlei Mangel.

Wir bleiben andererseits ewige Mängelwesen, wenn wir diese unsere Wahrheit nicht erkennen und leben; wenn wir nicht unsere Bestimmung erfüllen. Durch Glauben an unsere Vollkommenheit wird unsere menschliche Natur in die göttliche Natur transformiert, wie sie Jesus in seiner Auferstehung zum Ausdruck brachte.

Jesus Christus ist der wahre Mensch. Nur deshalb konnte er sagen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh. 14,6). Er ist das, was ich bin. Auch ich bin das Leben, denn das sich seiner selbst unbewusste Leben will sich in mir seiner Herrlichkeit bewusst werden, wie es das dem Leben bereits in Jesus gelang, in dem er sich mit dem Vater, und nicht mit dem Leib (wie es der natürliche Mensch tut) identifizierte (Jo. 10,30).

Nur im Menschen kann sich das Leben seiner selbst bewusst werden.

Himmel und Hölle

Die subjektiven Wertungen

 

Nehmen wir an, Sie befinden sich in einem Dschungel Lateinamerikas und hören plötzlich ein lautes Brüllen. Wenn Sie dieses nicht sofort identifizieren können, befinden Sie sich in Alarmbereitschaft. Ihre ganze Aufmerksamkeit wird davon gefesselt. Ist es ein Jaguar? Was ist es? – Bis Ihnen einfällt, es ist ja nur ein Brüllaffe. Nun können Sie wieder unbesorgt Ihres Weges ziehen. Sie hören zwar immer noch das Brüllen, aber es hat keine Bedeutung mehr für Sie.

Ein anderes Beispiel: Neben Ihrem Bett tickt ständig der Wecker. Das stört Sie aber nur, wenn Sie direkt darauf achten und eigentlich schlafen wollen. Sonst hören Sie ihn nicht einmal. Auch hier wird Ihre Aufmerksamkeit nur gefesselt, wenn Sie dem Ticken eine persönliche Bedeutung beimessen, nämlich, dass es in der Lage sei, Sie wach zu halten.

Dadurch, dass wir die Signale unserer Umwelt deuten, bekommen sie für uns erst eine Bedeutung. Mit dieser ganz persönlichen Deutung des Geschehens um uns herum, oder auch des in unserem eigenen Inneren vorgehenden, also der Körperempfindungen, schaffen wir unser eigenes Gut und Böse, Positiv und Negativ. Das alles entsprechend dem, ob es unserem eigenem Wollen dient, oder ihm entgegensteht.

Das Negative an sich gibt es nicht. Uns begegnet im Leben nichts Negatives, sondern immer nur etwas, das unserem ganz persönlichen Wollen, wenn nicht immer, so doch im gegebenen Augenblick unerwünscht ist. Das ist dann das, was wir ganz persönlich negativ werten.

Das ist ganz wichtig zu wissen. Denn niemand kann uns von unseren Wertungen und damit von der Art des Erlebens befreien, als nur wir selbst. Auch Gott kann das nicht für uns tun. Jeder kann nur für sich, indem er ganz aufmerksam wird, wie er jede Situation im Augenblick bewertet, seine Bewertungen ändern.

Wir halten zunächst fest: Unser Erleben wird von der Bedeutung bestimmt, die wir den Eindrücken der Umwelt geben. Die Bedeutung widerum fußt auf unseren Wertungen. Die größte Aufmerksamkeit schenken wir dem, was uns in allgemeiner Weise oder im gegebenen Augenblick als wichtig erscheint. Auf einen vermeintlichen Jaguar zu achten, wird nur vorübergehend, die Liebe zu einem unserer Hobbies dagegen, wird anhaltender sein.

Doch wie man es dreht und wendet, das Leben wird uns immer wieder Situationen bescheren, die uns nicht passen. Solange wir unser Glück in einer selektiven Entscheidung für diese oder jene Inhalte der Welt treffen – was jeder Mensch zunächst tut -, werden andere Inhalte der Welt gegen uns sein. Ein dauerhaftes Glück ist auf diese Weise unmöglich zu erlangen.

Im Gegenteil, die Enttäuschungen, die wir erleben, können uns in eine negative Abwärtsspirale führen, sodass man ganz im Negativen gefangen wird. Das ist dann die sogenannte Hölle.

Würde der Mensch lediglich ein Wesen sein, das mit der Geburt seinen Anfang nimmt, und mit dem Tod endet, könnten wir diesen Gegebenheiten niemals entrinnen. Wir würden abhängig von unserer Umwelt bleiben. Das wäre der ganz natürliche Zustand.

Der Sinn des Lebens

Aber der Mensch ist nicht Fleisch und Blut, er ist nicht der Körper, sondern er hat einen Körper. Das, was den eigentlichen Menschen ausmacht, ist ewig. Deshalb hat das Leben einen Sinn! Dieser besteht darin, zu lernen, sich mit dem Ewigen zu identifizieren, um so die Abhängigkeiten vom Äußeren, also kurz gesagt, die Welt, zu überwinden, um dauerhafte Freude, dauerhaftes Glück, ewiges Heil zu erlangen.

Wer das ewige Heil erlangen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als alle persönlichen Wertungen von Gut und Böse loszulassen, und dem Objektiven zu folgen. Das Ewige ist allein Positiv. Sich darüber zu freuen, dass man ewig ist, indem man sich klar macht, was das alles für unser Leben im Hier & Jetzt und überhaupt, bedeutet, gibt uns befreiende und weltüberwindende Kraft.

Die Abhängigkeit von der Welt, vom Äusseren, ist das objektiv Negative. Das bedeutet nicht, dass die Schöpfung (also das Äußere) schlecht wäre, sondern nur die Abhängigkeit des Menschen von ihr.

Will man also in den Himmel kommen, so muss man die Wünsche und Vorstellungen immer mehr aufgeben, die sich auf die Inhalte der Welt, also das Veränderliche, beziehen. Das betrifft auch jene Wünsche, die sich darauf beziehen, dieses oder jenes in der Welt gern noch zu erleben oder tun zu wollen. Die Einstellung „Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist.“( 1. Joh 2,15) ist praktische Notwendigkeit für den Eingang ins Himmelreich.

Wir bleiben vom Äusseren, von den Umständen beherrscht, wenn wir die Welt und ihre Inhalte weiterhin lieben. Wir haben damit unser Glück und Wehe aus unseren Händen gegeben.

Wir erlangen aber wahre Herrschaft und Selbstbestimmung, wenn wir uns an unserer Unvernichtbarkeit – das höchste Gut, das es gibt – erfreuen. Denn durch diese ständig gegenwärtige Erfüllung dessen, was unsere zersplitterte Wunschnatur eigentlich wünscht, gewinnen wir Abstand zu unserer „fleischlichen Natur“ (die sich eben auf die Inhalte der Welt bezieht) und Distanz zur Welt. Es kann uns dann immer mehr egal sein, wie die Welt mit uns umspringt. Wir werden immer ein glücklicher Fels in der Brandung sein. Wir werden zunehmen an innerem und äusserem Heil.

In die gleiche Richtung zielen die Anweisungen „Freuet euch allezeit, abermals sage ich freuet euch!“ (Ph. 4,4) und „Seid dankbar in allen Dingen und für alles!“ (1. Thess. 5,18; Eph. 5,20).

Diese Haltungen übend, werden sie uns immer mehr zur Gewohnheit, sodass unsere Aufmerksamkeit immer mehr vom Positiven gefesselt wird, und damit Wohlfühlen, Freude, Glück, Frieden, Liebe, Gesundheit Beständigkeit erlangen. So bringen wir die Früchte des Geistes (Gal. 5,22) hervor.

Können Ärzte Sünden vergeben?

Sie müssten es können, wenn sie Krankheiten wirklich heilen würden. So ist es jedenfalls nach dem biblischen Weltbild. Nach diesem haben Krankheiten primär keine materielle Ursache, sondern eine geistig-seelische.

In einem Bibellexikon lesen wir: Krankheit ist vielmehr (…) eine von Gott verfügte Strafe (Ex. 9,14, Nm 12, 9-14 u. 21,6, 1.Sm 15, 2.Sm 24,1, 1.Kö. 13,4-6). Jahwe selbst oder der Engel Jahwes (…) schlägt den Menschen mit Krankheit. 

Im N.T. finden sich weiterhin die at.lichen Anschauungen über die Krankheiten und ihre Ursachen wieder (Lk 13,11.16, Joh 9,2 Apg 12.23, 1 Kor 11,30-32, 2 Kor 12,7, Off 16,2; vgl. auch Röm 8,20). Mk 2,5.10f par. Jo 5,14 lassen einen engen Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde, Heilung und Vergebung erkennen; auch Jak 5,16 bringt das Sündenbekenntnis des Kranken mit der Heilung in Verbindung.“ (Hrg. Prof. Dr. H. Haag).

Um so mehr verwundert, dass viele Christen wie selbstverständlich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, und sogar behaupten, Gott habe auch die Ärzte geschaffen…

Mir ist bewusst, dass ich mir mit diesem Beitrag viel Ärger einhandle. Aber für den Fortschritt unseres Glaubens ist es sehr wichtig, dass wir klar sehen lernen.

In der Tat werden auch Ärzte immer mehr auf geistig-seelische Ursachen unserer Krankheiten aufmerksam. Man subsumiert sie unter dem Begriff „Psychosomatik“. Damit nähern sie sich der biblischen Lehre. Trotzdem liegt immer noch der Akzent auf der materiellen Beeinflussung und nicht auf der Sinnesänderung des Patienten.

Natürlich geht es nicht darum, die Ärzte zu kritisieren. Ihr Wissen beziehen sie ja schließlich nicht aus dem unmittelbaren Zugang zur Wahrheit, wie ihn Christen haben könnten, sondern aus der Erforschung des Materiellen. Nein, sie richtet sich an die geistige Trägheit derer, die für sich in Anspruch nehmen, Christen zu sein.

Von uns hätten die Impulse für die Erkenntnis geistig-seelischer Ursachen der verschiedensten Krankheiten kommen müssen. Stattdessen kommen sie von der profanen Wissenschaft oder von denen, die nach Alternativen suchten, weil sie auf den bekannten Wegen keine Hilfe erhielten.

Erfreulicherweise gibt es inzwischen einige Bücher, die auch dem einfach denkenden Menschen die seelischen Muster und die Denkmuster erschließen, die mit bestimmten Krankheiten in Zusammenhang stehen. Womit natürlich nicht gesagt ist, dass damit schon das letzte Wort gesprochen sei. Schließlich befinden wir uns hier auf Neuland, das immer mehr erschlossen werden muss. Aber sie können eine Anregung sein, uns selbst auf die richtige Bahn zu bringen.

Erwähnen möchte ich die Bücher von Dr. med. Ruediger Dahlke: „Krankheit als Weg“ (mit Co-Autor Thorwald Dethlefsen), „Krankheit als Sprache der Seele“, „Krankheit als Symbol“, „Lebenskrisen und Entwicklungschancen“, aber auch das Buch von Louise L. Hay „Gesundheit für Körper und Seele“. Es gibt sicher viele mehr, aber das soll erst einmal zur Anregung genügen.

Natürlich will ich mit diesem Aufsatz nicht sagen, dass kein Christ mehr ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen soll. Ich will nur, dass wir Umdenken. Uns wieder des Sinns einer Erkrankung bewusst werden, indem wir uns und Gott fragen, weshalb habe gerade ich (und jetzt) diese oder jene Krankheit?

Gott geht es nicht um schnelle Heilung, sondern um richtige Heilung, die immer an der Wurzel ansetzen muss. Wir aber wollen möglichst schnell gesund werden, um wieder uns unseren meist oberflächlichen Betätigungen und Vergnügungen hingeben zu können. So bleiben wir innerlich unverändert durch eine „überstandene“ Krankheit zurück. Sie war kein Segen für uns, sondern etwas Unnötiges, Zufälliges.

Doch in Wahrheit gibt es keinen Zufall.

Zur Weiterführung lesen Sie bitte:

Sind wir überhaupt gläubig?

Wahrer Glaube

 

 

 

Sind wir überhaupt gläubig?

Natürlich, werden wir sagen. Schließlich sind wir ja Christen. Doch selbst da möchte ich ein Fragezeichen setzen.

Zum reichen Jüngling sagte Jesus: „Geh hin, verkaufe alles, was du hast…(Mark. 10,21). Darauf reagierte dieser unmutig und „ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.“ (V. 22) Dann heißt es weiter: „Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden?“ (V. 23-26)

Der reiche Jüngling ist also kein Christ geworden. Daran hinderte ihn der Reichtum. Die Sache mit Gott war ihm doch zu eine unsichere Sache. Da verließ er sich lieber auf das, was er hatte. Mit seinem Reichtum hatte er ausgesorgt, – da war es nicht nötig, sich auf Gott zu verlassen!

Das ist die Weisheit dieser Welt, die Torheit vor Gott ist (1. Kor. 3,19). Der Weltweise vertraut nicht. Er will sich hier seinen Wohlstand, sein Auskommen sichern. Sein Leben ist von der Sorge um die irdischen Dinge geprägt.

Wenn wir unseren Tageslauf ansehen, dann werden wir feststellen, dass das voll zutrifft. Sorge muss sich ja nicht unbedingt als Sorge bemerkbar machen. Das geschieht erst dann, wenn einmal etwas nicht so klappt. Wenn wir die Arbeit verlieren, wenn das Geld knapp wird. Im Allgemeinen aber besteht unsere Sorge darin, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Nun leben wir auch noch in einer Gesellschaft, deren Sozialsystem so gut ist, dass niemand durch „das Netz“ fällt. Wir sind alle recht gut abgesichert, und kaum einer möchte – wie der reiche Jüngling – diese Sicherheit aufgeben.

Der Preis besteht darin, dass wir nichts Neues erfahren. Denn irdische Absicherung war dem gottlosen Menschen schon immer wichtig. Unser Vertrauen in Gott wächst dadurch nicht. Wir sind ja nicht darauf angewiesen, zu vertrauen.

Stellen wir uns dagegen einmal vor, alle gesellschaftlichen Stützen würden wegfallen, oder gar, wir würden wieder, wie in der Frühzeit des Menschen, allein den Launen der Natur, der wilden Tiere und den ungezähmten Menschen ausgesetzt – würde uns da nicht eine unheimliche Angst und Verzweiflung überfallen?

Wenn es eine wirkliche Erlösung gibt, dann müssten wir uns auch in solchen Situationen geborgen fühlen und gewiß sein, dass Gott uns bewahrt und mit allem versorgt, ohne dass wir wieder beginnen mit irdischen Mitteln für unsere Sicherheit und unser Auskommen zu sorgen. Denn dann würde alles wieder so werden, wie es schon immer auf Erden war.

Auf Gott zu verlassen, heißt in allen Belangen, sich auf ihn zu verlassen. Ich muss zugeben, das fällt mir sehr, sehr schwer. Ich bin in dieser Hinsicht ein sehr ungläubiger Mensch, obwohl ich schon viele Erfahrungen durch den Glauben machte.

Leider habe ich auch wenig ermutigende Vorbilder und Beispiele für wirklichen Glauben in der Literatur oder gar im Leben gefunden. Selbst als Missionar ging man mit medizinischer Ausbildung in die Welt, um die sogenannten Heiden, durch diesen „Zauber“ zu ködern (ich drücke das jetzt mal so krass aus), anstatt mit göttlicher Kraft zu heilen, wie die Apostel.

Bitten wir Gott, dass unser Glaube stark wird!

Die innere Logik des Neuen Testaments

Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen den Gläubigen, aus denen im Gespräch, in der Diskussion oder auf sonst einer Weise deutlich wird, dass man Zweifel am rechten Glauben des jeweils anderen habe. Dieses Misstrauen in den anderen muss aber nicht aus einem eigenen starken Glauben kommen, sondern kann geradezu Ausdruck eigener Unsicherheit sein. Man bekämpft deshalb so vehement die Anschauungen des Gegenüber, weil man sich selbst nicht verunsichern lassen möchte.

Aber immer da, wo Differenzen auftreten, ist ein jeder gefragt, tiefer nach dem Wahrheitsgehalt der eignen Überzeugungen zu fragen – sonst macht man sich und dem anderen nur etwas vor, womit keinem gedient ist.

Wir sollen nicht blind etwas glauben, sondern der Wahrheit glauben. Einer einzigen Wahrheit zu glauben, heißt bereits einen Anhaltspunkt zu haben. Das Dasein besteht aber aus vielen Wahrheiten.

Bezogen auf die Bibel heißt das; wir können uns nicht einfach ein paar Bibelverse herauspicken, die uns sympathisch sind und andere ignorieren. Das betrifft besonders das Neue Testament. Dieses muss uns ja besonders wichtig sein, da es von unserer Erlösung handelt.

Doch da scheinen viele nur herauszulesen, dass sie von Gott geliebt und aus Gnaden erlöst seien, deshalb kommen sie, ihrer Meinung nach, sofort nach dem physischen Tod „in den Himmel“. Aber ist das wirklich so? – Diese Frage soll jetzt hier überhaupt nicht beantwortet werden. Ein Christ, der „das Wort“ ernst nimmt, ist man damit jedenfalls noch nicht.

Ernsthafte Christen können wir nur dann sein, wenn wir uns die Mühe machen, die Wahrheit erkennen zu wollen, denn nur die Wahrheit, und nicht ein diffuser Glaube, machen frei (Jo 8,32).

Deshalb gilt es das gesamte Neue Testament ernst zu nehmen. Zwischen den einzelnen Aussagen kann es keine wirklichen Widersprüche geben. Alles, was da gesagt wird, muss einen inneren, einen logischen Zusammenhang haben. Dieser kann aber nur erkannt werden, wenn man alle Worte auf sich wirken lässt, gerade auch die, die einem persönlich gar nicht zusagen.

Nur die Zusammenschau öffnet die Geistesaugen und damit das Verständnis.

Auf diese Weise erfährt man etwas über die Anthropologie des Menschen und die Psychologie der Erlösung. In Umkehrung des Goethewortes, erhält man nun aus den Einzelteilen, also den einzelnen Aussagen der Schrift, das geistige Band. Ohne dieses bleibt alles toter Buchstabe.

„Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben,
sucht erst den Geist herauszutreiben,
dann hat er die Teile in seiner Hand,
fehlt, leider, nur das geistige Band.“  (Goethe)

Die tägliche Erhöhung der Lebensqualität


Einige werden fragen, was hat das mit dem christlichen Glauben zu tun? – Die einfache Antwort darauf ist, das und nur das allein ist genuin christlicher Glaube.

Ich kenne viele, oder besser gesagt, die meisten derer, die meinen, sie seien Christen und hätten den „rechten Glauben“ (zu den sie natürlich andere bekehren möchten), die nach Jahrzehnten nicht glücklicher sind als zum Zeitpunkt, da sie sich bekehrten. Viele sind sogar mürrisch und unzufrieden geworden. Die Welt erscheint ihnen so schlecht, dass sie nicht mehr leben möchten.

Das alles kann ich nicht als Frucht des Heiligen Geistes ansehen, denn diese ist, nach Paulus, „ Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Enthaltsamkeit „ (Gal 5,22). Glaube ist keine Weltflucht, kein Sehnen, endlich von der Erde gehen zu können, sondern ein Absterben unserer Sünden, d.h. falschen Bestrebungen, sodass wir – ganz gleich, wo wir uns befinden – heil, gesund und glücklich sein können. Glaube ist Hingabe an unsere ewige Natur und damit ein Loslassenkönnen unserer selbst, d.h. aller unter dem Zepter der Angst und Sorge stehenden Bemühungen um physischen Lebenserhalt und materielles Wohlergehen. Jesus sagte es so: „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden“ (Mt 16,25). Nicht länger müssen wir unter äusserem oder inneren Druck handeln. Erst recht nicht in unserer westlichen Welt, wo jeder Mensch ein Dach über dem Kopf und alles Nötige zum Leben hat (1. Tim 6,8-10). Nicht die Dinge dieser Welt machen glücklich, sondern die Liebe zu ihnen macht uns von ihnen abhängig. Wir sind dann ein Spielball äusserer Faktoren. Deshalb fragte Jesus im Anschluss an obige Worte: Wie will ein Mensch seine an die Schöpfungsinhalte verfallene Seele wieder lösen? (Mt. 16,26)

Das Heil besteht in der Loslösung. Je weniger wir benötigen, um so mehr sind wir Herr über uns selbst und die Welt. Sokrates wusste bereits darum: „Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern, die gar nichts brauchen.“ So können wir allezeit in der Freude über die Möglichkeit durch inneres Wachstum, vom Leiden endgültig frei zu werden, leben. Jeder Tag ist ein Schritt in weitere Freiheit, Frieden und Glück! Wir können täglich ganz entspannt im Hier und Jetzt leben! Heute ist der Tag des Heils (2. Ko 6,2) !

Natürlich wird das nicht immer so gelingen. Wir sind ja den schädlichen Gewohnheiten verhaftet und lieben die Zerstreuung. Stille zu sein und über diese Wahrheiten zu meditieren, finden wir Getriebenen oft als verlorene Zeit, als langweilig und etwas, das wir schnell wieder beenden möchten.

Dass Nichtstun für zahllose Menschen offenbar wirklich ein Horrorszenario ist, wiesen erst jüngst Forscher um den Psychologen Timothy Wilson von der Universität Virginia nach. Die Wissenschaftler setzten Probanden aller Altersklassen einzeln in einen Raum und forderten sie auf, 6 bis 15 Minuten lang still zu sitzen und ihren Gedanken nachzuhängen. Die Mehrheit reagierte mit deutlichen Anzeichen von Unwohlsein.” (“Der SPIEGEL” 36/2014)

Weshalb ist das so? – Wer eben das Glück im Außen sucht, ist naturgemäß innerlich leer und kann sich nicht mit sich selbst wohlfühlen. Er lebt im ständigen Nicht-Haben, im ständigen Begehren.

Der Weg des Lebens ist dagegen ein ständiges Haben. Der Blick richtet sich beim Gläubigen idealerweise ständig auf seine göttliche Natur, die die Fülle ist und auf das, was er hat, anstelle auf das, was er nicht hat. So wird ganz natürlich, dem der hat hinzugetan, und dem, der nicht hat – der also seinen Blick auf den Mangel richtet – das, was er hat genommen (Mt. 25, 29).

Das alles sind seelische Gesetzmäßigkeiten, und um die geht es im Glauben.