Jesus sprach zu mir

Vorgestern, am 30. 04., gegen 05.00 Uhr sprach Jesus im Traum zu mir: „Viele machen sich selbst zum Christus und folgen mir nicht nach.“

Dem kann ich aus eigener Sicht voll zustimmen, trotzdem fragte ich mich auch, ob ich unter diesen sein könnte. Das will ich auf keinen Fall! Ich hoffe, dass auch die Leser meines Blogs diese Worte auf sich wirken lassen.

Das Glück ist jetzt

Die revolutionärste Tat, die ein Mensch auf dieser Welt begehen kann, ist Glücklichsein.“  Hunter „Patch“ Adams

 

Ich bekenne: ich bin glücklich! Es ist auch nichts leichter als das, denn das Glück kennt keine Bedingungen. Man kann es also sofort haben. Deshalb ist es aber auch nicht so leicht, glücklich zu sein. Ein scheinbares Paradox, das sich eben aus unserer gewohnten Vorstellung ergibt, alles sei an etwas geknüpft. Wir denken, erst müssten wir einen richtigen Beruf haben. Dann, die richtige Frau, den richtigen Mann. Dann wieder dies und jenes. So bleibt das Glück immer in unerreichbarer Ferne.

Wir denken, um glücklich sein zu können, müssten wir erst etwas tun, das keinen Spaß macht, und dann winke, gleichsam als Belohnung, das Glück.

Unser Glück wächst, wenn wir das Glück bereits haben. Glück erzeugt Glück. Unlust erzeugt Unlust. So funktionierts. Das sind die Gesetzmässigkeiten*. Und wenn Du denkst, in der Zukunft könne etwas passieren, das dich unglücklich machen könnte, dann holst Du mit dieser Befürchtung bereits das Unglück in die Gegenwart hinein. Nein, nie kann Dir etwas zustoßen, das Dich unglücklich machen könnte. Bleibe einfach im Glück, Du musst nichts anderes unternehmen als im Glück zu bleiben, es zu genießen.

Das Glück ist unser natürlicher Zustand. In uns selbst sprudelt die Quelle der Freude. Diese Erfahrung machen wir als kleine Kinder, doch dann werden wir konditioniert, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren, und schon ist`s vorbei mit unbefangenem Glücklichsein. Fortan wird unser Glück, ohne das wir es merken, an Bedingungen geküpft. Deshalb gibt es nur eines: den gordischen Knoten durchzuhauen.

Das geschieht, indem wir uns bewusst werden, dass wir ewige Wesen und damit frei und unabhängig von allen Bedingungen sind. Nun können wir alle Schatten der Vergangenheit besiegen, da wir eins mit der Quelle alles Guten sind und es außerhalb dieser Quelle nichts Erstrebenswertes gibt. Wir werden wieder frei von allen Konditionierungen.

Also setze das Glück an die erste Stelle. Denn alles Streben des Menschen hat nur dieses eine Ziel. Der Glücksforscher Barry Kaufman sagte: „Wir verschwenden Energie, wenn wir glauben, wir kämen durch äußere Veränderungen oder Verbesserungen dem Glück näher. Wir können dem Glück nicht näher kommen. Denn es ist schon da. Und dass wir das sehen, ist die einzig notwendige Veränderung. Wir können erkennen, dass wir in jedem Moment glücklich sein können, egal wie die Umstände sind.“

In tiefster Depression

Als ich in tiefsten Depressionen steckte, sagte ich mir, dass ich glücklich sei. Das schien der reinste Hohn. Jede Minute wurde mir das Gegenteil bewiesen. Was flehte ich doch zu Gott, mich aus meinem Elend zu reißen. Aber nichts geschah. Keinerlei Hilfe außer der, dass ich einfach an der Wahrheit bleiben musste, dass ich glücklich bin.

Dass diese Wahrheit zum Erfolg führt, dafür bin ich das beste Beispiel. Die Depressionen sind längst hinter mir und ich weiß, mich wird auch nie wieder eine treffen. Heute bin ich glücklich. Das kann ich wirklich bezeugen.

Aber der Weg war schwer. Die tagtäglichen Anfechtungen, die aus meiner Gemütslage kamen, konnten nur überwunden werden, indem die Wahrheit, dass ich schon glücklich sei, durch viele andere Wahrheiten, die ich in meinem Lebenskampf erkennen durfte, gestärkt wurde. Noch einmal Barry Kaufman: „Solange wir unser Glück in der Veränderung der äußeren Umstände suchen, werden wir nicht zufrieden sein. Nach jeder Wunscherfüllung werden wir bald wieder den Eindruck haben, dass etwas fehlt. Aber es fehlt nichts. Und nichts hindert uns am Glück außer unseren Denkgewohnheiten.“

Kevin Smith, Professor am New England Research Institute kam nach der Untersuchung des Glücksgefühls bei Menschen, die durch Krankheiten, Unfälle oder Schicksalsschläge aus ihrem gewohnten Dasein gerissen wurden, zum Ergebnis: „Sie suchen das Glück nicht mehr außen, sie finden es innen. Wie von selbst meldet es sich, wenn die äußeren Ziele unwichtig werden.“ Deshalb sind Mystiker, deren Aufmerksamkeit allein Gott gilt, die glücklichsten Menschen.

*„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Mt. 25,29) In der Soziologie wird diese Gesetzmässigkeit der „Matthäus-Effekt“ genannt.

Laien und Experten

Der Unterschied dürfte klar sein. Die Experten sind diejenigen, die wirklich etwas von einer Sache verstehen, die kompetent sind. Von den Laien erwartet man das nicht.

Jeder, der wirklich etwas wissen will oder in irgendeiner Sache Hilfe benötigt, wendet sich deshalb lieber an einen Fachmann, denn an einen Dilettanten. Niemand wird sich gern von einem Bäckermeister operieren lassen, nur weil der sich ein paar Filme über Operationen angeschaut hat und einige anatomische Kenntnisse besitzt.

In religiösen Dingen ist es aber in den weitaus meisten Fällen umgekehrt: Da hat der Nichtwisser das Sagen! Weshalb das so ist, ist einfach zu verstehen.

In religiösen Dingen muss man, um von ihnen kompetent reden zu können, in Dimensionen vorgestoßen sein, die dem normalen Menschen verschlossen sind. Das drückt Paulus so aus: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen“ (1. Kor. 2,14). Der natürliche Mensch ist also für alles Spirituelle blind!

Man kann zwar Theologie studieren und damit etwas wissen über die Zeit der Entstehung biblischer Texte, über das, was dieser oder jener innerhalb der Kirchengeschichte gesagt hat, man kann die Bibel studieren und die verschiedensten Zusammenhänge zwischen einzelnen Textstellen herstellen – aber damit bleibt man, so nötig das alles auch sein kann, trotzdem noch im Äusseren. Man hat damit noch keine geistliche Kompetenz. Denn die innere Anschauung dessen, was geglaubt werden soll, fehlt.

Aus diesem Mangel erklärt sich die Zerstrittenheit der Christen. Jeder hat seine Meinung, aber nicht die Wahrheit! So sind die einen geneigt zu sagen, es komme nicht auf irgendwelche Ansichten an, sondern allein auf die Liebe. Doch das ist dann oft nur ein Wort für spirituelle Gleichgültigkeit. Es führt deshalb zu einer Nivellierung, zu einer Absage an jedes Wahrheitsstreben. Damit stirbt auch die Liebe, denn sie schwebt nicht im luftleeren Raum, sondern wächst und gedeiht nur unter bestimmten Bedingungen.

Das andere Extrem ist der Fanatiker. Er wird so sehr von Unsicherheit beherrscht, dass er keine Abstriche von seiner einmal gefassten Meinung machen kann und diese jedem anderen aufzudrängen versucht. Solche Menschen sind besonders unter den Fundamentalisten zu finden. Sie streben nach der reinen „biblischen Lehre“ und wollen nichts wissen als das, was explizit in der Bibel steht. Sie übersehen dabei völlig, dass es eine „biblische Lehre“ nur geben kann, wenn man Erkenntnisse hat, die über das in der Bibel Gesagte hinausgehen. Denn die Bibel ist kein systematisches Lehrbuch.

Ihr Weg führt deshalb in die Erstarrung. Man kann das sehr deutlich an kleinen Gemeinschaften sehen, die in dieser Hinsicht besonders fromm sein wollen. Vor wenigen Jahren konnte man eine Dokumentation über die Mennoniten in Mexico sehen. Zum Gottesdienst war das Filmteam nicht zugelassen. Danach aber interviewten sie zwei Besucherinnen nach dem Inhalt der Predigt. Die Antwort: „Es wurde gesagt, dass wir uns bekehren sollten“.

Das also war der Inhalt der Predigt in einer Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten von der Welt isoliert lebt! Da erwartet man, dass tiefe Geheimnisse enthüllt würden, da ja die Anfangsbedingungen jedem Glied der Gemeinschaft von Kind auf intus sein müssten – stattdessen dieser Appell an Erwachsene! Wo ist da Glaubenswachstum? Wo ein Hineinwachsen in eine unbekannte Dimension (s.o.) ?

Als Fazit können wir sagen, wir gewinnen nichts wenn wir auf die christlichen Sadduzäer oder Pharisäer hören, die heute wie damals das religiöse Leben dominierten. Sie können uns nichts über die wahren Hintergründe der Welt, nichts über die spirituellen Dimensionen oder gar Gottes Wesen sagen, da sie es nicht kennen. Das ist allein, natürlich graduell verschieden, Erkennenden und Heiligen beschieden. Von diesen gibt es nicht viele…

Wenn es nach Gott ginge, …

dann wären bereits alle Menschen erlöst, dann würde kein Mensch und kein Tier mehr leiden. Es gäbe kein Übel mehr auf der Welt, nichts Böses. Keine Krankheiten und Gebrechen würden den Menschen plagen. Streit und Kriege würde man nur noch vom Hörensagen kennen. Es gäbe keinen Tod mehr. Nur unaufhörliche Glückseligkeit. Aber es geht nicht nach Gott. Wenn der Mensch nicht will, kann Gott kann nichts gegen des Menschen Willen für ihn tun.

Andererseits, Gott hat bereits alles getan, was dem Menschen die Befreiung von allem Übel ermöglicht. Der Mensch muss es nur ergreifen. Zumindest Christen könnten frei von allem Negativen sein, da sie behaupten, die Gnade angenommen zu haben und Gott zu glauben. Aber da sieht es oft nicht viel anders aus als bei den sogenannten „Kindern der Welt“. Auch sie erwarten, dass Gott ihnen einfach alles Leiden wegnimmt. Doch gerade das ist Gott unmöglich.

Denn würde er uns einfach für immer vom Leiden befreien, dann wären wir mitsamt dem Leiden verschwunden! Unser falschen Denken, Fühlen und Wollen ist nämlich Ursache aller unserer Leiden, und unsere persönliche Existenz gründet auf unserem Denken, Fühlen und Wollen.

Es gibt also nur einen Weg, wie wir frei werden können: Durch Erkenntnis der Wahrheit (Jo 8,32) und dem damit verbundenen Umdenken (Rö 12,2) : „…werdet verwandelt [griech. metamorphoō. Metamorphose!] durch die Erneuerung eures Sinnes [griech. Nous = Verständnis]“ . Durch anderes Denken verändern sich unsere Gefühle und durch die Gefühle schließlich auch unser Wollen. Wenn wir also das Heilsame suchen und verwirklichen, werden wir heil werden. Anders bleiben wir, ob Christ oder Nichtchrist, weiterhin allem Übel unterworfen.

Wir können deshalb nicht einfach in den Tag hineinleben, sondern „müssen“ erforschen, was die Ursachen unserer ganz persönlichen Krankheiten sind (die ja nach der Bibel primär nicht in Viren oder Bakterien oder genetischen Defekten liegen), „müssen“ uns fragen, weshalb wir immer wieder das tun, was wir nicht möchten, oder weshalb wir sogar das zum Leiden führende Tun lieben und deshalb nicht aufgeben möchten. Wir brauchen also eine ganz andere Bewusstheit für das Wesentliche im Leben. Nur so können wir allmählich frei werden, gemäß Goethes Spruch:

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“.

 

 

 

Jeder Christ ein Psychologe?

Eine sonderbare Fragestellung? – Nein, ganz und gar nicht! Ganz eindeutig heißt es doch in der Bibel, daß niemand ohne Heiligung den Herrn sehen wird (Hebr 12,14). Heiligung aber ist ein Prozess der Transformation des natürlichen Menschen in einen übernatürlichen, eines „fleischlichen“ Menschen in einen „geistlichen“ Menschen, eines Sünders in einen Heiligen (1. Kor. 2, 14-15; Kol 3,9-10). Das setzt voraus, dass wir nicht nur die Bibel gut kennen, sondern auch in ganz engem Kontakt mit uns selbst sind. Denn wir sollen ja, durch das „Wort Gottes“, das uns informiert (nebenbei: im Wort „informieren“ steckt das Wort „eine Gestalt geben“, lat. „informare), verwandelt werden. Es findet also in uns etwas statt. Wie sollten wir da von dem, was wir sind und von dem was wir sein könnten und den „Techniken“ der Wandlung „keine Ahnung“ haben? – Dadurch, dass wir eine solche Wandlung anstreben, müssten wir doch zu psychologischen Experten werden!

Wer sich aber in der Christenheit umsieht, bemerkt, dass das nicht der Fall ist. Nicht nur der einfache Christ hat wenig Einsicht in psychologische Tatsachen, sondern auch die führenden Köpfe kommen kaum über das hinaus, was die profane Psychologie lehrt. Das alles deutet darauf hin, dass der Glaube bei uns lediglich ein Oberflächenphänomen ist, dass er nicht tief genug geht. Er verändert uns nicht wirklich, da wir es uns an der allgemeinen Wurstelei genügen lassen.

Da Selbsterkenntnis und Gotterkenntnis untrennbar zusammengehören, muss uns das Chaos der Auffassungen über Wesen und Inhalte des christlichen Glaubens nicht wundern, denn wir sind alle mehr von einer „christlichen“ Ideologie geprägt denn von wirklichem Glauben.

In der psychologischen Praxis wird deshalb häufig erlebt, „wie ein scheinbar fester Glaube [sich] auflöst – aber nicht, weil die Psychotherapie ein Feind des Glaubens wäre, sondern weil Ideologie ihr nicht standhält.“ Solche Christen haben, wie der Psychotherapeut H. Bartz erläutert, „ eine intellektuelle Überzeugung religiöser Art für Glauben gehalten. Sie haben den Glauben, der ein Akt des ganzen Menschen ist, mit einer Meinung verwechselt. Sie haben gewähnt, Gotteserkenntnis zu besitzen, besaßen aber nur eine tote Wahrheit, weil sie den Weg dahin, nämlich den Weg der Selbst-Erfahrung, nicht gegangen waren.“ [Hervorhebungen innerhalb des Zitats von mir.]

Wenn wir nicht mehr als nur ein Vertreter einer Ideologie sind, dann sind wir nicht besser als die Pharisäer, die auch den „Schlüssel der Erkenntnis“ besaßen, ihn aber nicht nutzten (Lk 11,52). Dann können wir weiterhin nur Meinungen haben und uns ewig über das Schriftverständnis streiten. Wir haben dann nur den Buchstaben, der tötet, und nicht den Geist, der lebendig macht (2. Kor 3,6).

Wir haben dann nur ein Buch, das uns zum Götzen wird, anstatt Christus!

Lasst uns umkehren zu einem lebendigen Glauben!

 

Partnersuche – die Qual der Wahl?

Weshalb?

Menschen folgen überwiegend ihren Vorstellungen – von denen sie gar nicht wissen, woher sie kommen – anstatt Einsichten. Letztere hat man oft gar nicht. In Bezug auf die Liebe sind die Vorstellungen oft von so ausschweifender Romantik, dass ihr keine Wirklichkeit standhält.

Als ich das erste Mal länger andauernd verliebt war, und dazu auch noch „unsterblich“, was hatte ich da nicht für Phantasien, wie alles so sein könnte! Zum Glück kam keine wirkliche Beziehung zustande, was ich allerdings so damals überhaupt nicht sehen konnte. Da verstärkte es meine ohnehin schon vorhandenen Depressionen. Immerhin lernte ich dadurch Wesentliches: Wer einen Menschen wirklich liebt, wünscht ihm das Beste, auch wenn die Wahl des anderen dann nicht auf einen selbst fällt. So konnte ich schließlich loslassen und fand zum Glauben an Jesus Christus. Ich verstand: Liebe ist Opfer und stärker als der Tod!

Liebe äussert sich, wenn wir jetzt einmal von der Anhänglichkeit eines Kindes an die Eltern absehen, zunächst als Erotik. Die Schwärmerei junger Mädchen ist nichts anderes.

Wenn wir also eine Anziehung verspüren, dann ist das nichts anderes als Erotik, die raffinierte Äusserung des Sexualtriebs. Dieses „Prickeln“, diese „Schmetterlinge im Bauch“, die da auftreten, verwechseln wir mit Liebe, und dieses Gefühl, diese „Leidenschaft“ suchen Menschen oft ihr Leben lang. Das ist auch einer der häufigsten Gründe, weshalb Ehen auseinandergehen, denn Gewöhnung lässt alle Erregung schwinden. Erotik kann, seiner Natur nach, nicht dauerhaft sein.

Erotik verstellt den Blick auf den Menschen. Man meint nicht ihn, sondern ihn lediglich als Sexualobjekt, d.h. als Objekt der eigenen Befriedigung. „Liebst Du mich noch?“ heißt in Wirklichkeit „Bin ich als Gegenstand deiner Befriedigung noch attraktiv?“ und alles Schmeicheln, jede Zärtlichkeit bedeuten „ja“.

Machen wir uns nichts vor: Der Hauptgrund, weshalb wir überhaupt einen Partner haben wollen, ist sexuelle Befriedigung. Die Natur allerdings bezweckt damit ihr eigenes Ziel: die Fortpflanzung.

Im Gegensatz zum Tier, das infolge seiner angeborenen Instinkte schnell zur Reife gelangt, benötigen Menschenkinder lange Zeit die Hilfe Erwachsener, um sich im Dasein zurechtfinden zu können. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Treue beider Partner. Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb eine Beziehung auf Dauer angelegt sein sollte.

Auf Grund unserer Herkunft, des Milieus, in dem wir leben, dem Grad unserer Individualisierung usw. sind wir einmalig und haben so das Bedürfnis, wenigstens von einem Menschen angenommen und verstanden zu werden. Das ist aber nicht möglich, wenn der eine oder andere es mit der Treue nicht so genau nimmt. Das gegenseitige Annehmen- und Verstehenwollen ist das eigentliche Feld der Liebe, und oft genug schmerzhaft. Denn dazu drängt uns kein Trieb. Es ist nicht unmittelbare Lust.

Wer deshalb meint, der andere sei dazu da, um einen selbst glücklich zu machen, sollte eigentlich von einer Beziehung Abstand nehmen: ihm fehlt die nötige Reife dafür. Kein Mensch kann einen anderen Menschen glücklich machen, aber je mehr ein Mensch sich mit sich selbst wohlfühlt, hat er die Kraft, den anderen mit seinen Eigenheiten zu tragen und auf ihn einzugehen. Die Harmonie einer Beziehung hängt wesentlich davon ab, wie weit jeder für sich selbst glücklich ist.

Am glücklichsten kann man allein werden, weil zum Glücklichsein Freiheit gehört. Die Freiheit aber wird sofort eingeschränkt, wenn man einen anderen Willen berücksichtigen muss. Da sind es nicht die großen Dinge, mit denen man mit dem Partner übereinstimmt, die Schwierigkeiten machen, sondern die kleinsten Dinge, die am häufigsten zu Auseinandersetzungen führen.

Diese nüchternen Tatsachen im Blick, sieht Paulus in einer Ehe nur eine Notlösung (1. Kor 7,1-2). Es sollte sich von selbst verstehen, dass man als Christ nur einen christlichen Partner haben kann, denn wenn man in der wichtigsten Sache nicht übereinstimmt, kann das nicht gut gehen (2. Kor 6,14). Auch ist eine christliche Partnerschaft nicht dazu da, um guten Sex zu haben, oder überhaupt die sinnliche Begierde zu stimulieren, denn das ist konträr dem Lebensvollzug eines Christen (Gal. 5,16).

Wer bis hierher durchgelesen hat, sollte auch verstehen, dass von vorehelichem Geschlechtsverkehr abzuraten ist.

Wie?

Wie findet man nun aber den richtigen Partner? Die ganz einfache, aber völlig zutreffende Antwort ist: Du kannst ihm gar nicht entgehen! Wenn ein Partner für Dich vorgesehen ist, dann triffst Du unweigerlich auf ihn. Bei der Begegnung, oft schon bei der ersten, werden beide „wissen“, dass sie füreinander bestimmt sind. Man muss also gar nicht viel „ausprobieren“, auch nicht, ob man „zusammenpasst“.

Persönlich war mein Urteilsvermögen in dieser Hinsicht völlig getrübt. Deshalb gab mir Gott eine echte Vision. In dieser wurde mir angekündigt, dass ich noch sieben Jahre zu warten hätte. Das war mir ganz recht, denn ich wollte meine Zeit wirklich Gott widmen und nicht bei jedem attraktiven Wesen daran denken, ob sich wohl etwas ergeben könnte. Im Gebet vorher hatte ich auch Gott gesagt, falls es jemand geben sollte, der mit mir gemeinsam durchs Leben geht, so sollte er mir auch in allen meinen Wandlungen folgen können. Denn man bleibt sich ja nicht gleich, besonders wenn man im Glauben wächst.

vision
Die Vision, die ich erhielt, war von großer Klarheit und Leuchtkraft. Sie war dynamisch. In ihr blickte ich in den nächtlichen Himmel und sah links vom Mond (oder Sonne, weil er mir so groß erschien) das Entstehen eines Sternes. Ich staunte, dass ich so ein herrliches „Schauspiel“ sah! Dann folgten daraus kleinere „Explosionen“. Der funkelnde „Nebel“ dehnte sich aus und es bildete sich die Geistgestalt eines Menschen. Die Vision setzte sich weiter fort, aber das bildete das wesentliche Element. Ich habe die Vision in einem Ölbild festgehalten und hie mit dem PC ergänzt. Trotzdem kann das alles nicht die Herrlichkeit wiedergeben, die ich sah. Ich bin überzeugt, dass die Visionen, die biblische Gestalten erhielten, nicht deutlicher sein konnten.

Nach Vollendung der Wartezeit hatte sich nichts ergeben, was mich in eine tiefe Krise stürzte. So nahm ich die Sache selbst in die Hand und suchte in Zeitungsinseraten nach einer Partnerin. Bald fand ich eine mich ansprechende Anzeige. Aber ich überschritt die akzeptierte Altersgrenze um fünf Jahre. Trotzdem ging ich aus über zweihundert Bewerbern siegreich hervor!

Mein eigenes Beispiel zeigt, dass jedes Medium, ob Zeitung oder Internet, geeignet ist, die/den Richtige(n) zu finden. Auch war ich ein hoffnungsloser Fall.

Wenn Du also nicht verzichten willst, mache Dir so klare Vorstellungen wie möglich und bringe diese vor Gott. Du wirst, auch wenn Du keine klare Antwort erhältst, dadurch Dein Gespür schärfen. Bei Begegnungen sei so natürlich wie möglich, denn Du kannst nicht dauernd den großen Max oder die perfekte Lady spielen. Und nun wünsche ich viel Glück!

[Dieser Beitrag wurde auf Wunsch einer christlicher Singlebörse geschrieben]

Das wahre Leben Jesu

Durch den Umgang mit Christen lernte ich das wahre Leben Jesu kennen, von dem ich hier berichten will.

Jesus war ein netter junger Mann, der sich schon früh bekehrte. Allerdings hatte das keine großen Auswirkungen, obwohl man schon damals so tat, als sei es etwas Besonderes sein Leben „dem Vater“ zu übergeben. Er hatte seine kleinen Fehler wie jeder andere auch. Aber der Vater war ja ein Vater der Liebe, und da genügte es, diese Schwächen immer wieder dem Vater zu beichten. Der sah dann großzügig darüber hinweg. Das war alles, was man tun mußte, um nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Freilich bemühte man sich schon aus Liebe zum Vater, sozusagen als kleinen Dank etwas Gutes zu tun, z.B. immer freundlich zu seinen Mitmenschen zu sein. Das gelang nicht immer. Aber, siehe bereits Gesagtes zum Thema Schwächen.

Jesus lernte einen ordentlichen Beruf und machte sich dann selbständig. Denn er wußte, daß es der Fleißige auch zu etwas bringe. So wurde er von Jedermann geachtet. Auch heiratete er früh, damit seine Geschlechtsliebe in geregelte Bahnen kam und sich nicht wild austobte, wie in der Welt. Freilich war er klug genug, zu wissen, daß man die Triebe, und überhaupt, was alles so im Menschen lebte und nicht jeder wissen mußte, nur beschränkt unter Kontrolle bekam. So brauchte man gar nicht an wirkliche Enthaltsamkeit denken oder gar versuchen, von dem Unschönen, das man manchmal in sich bemerkte frei zu kommen. Freilich bat er immer wieder einmal den Vater darum, aber es tat sich nichts. So wurde er auch nie richtig froh, und manchmal beneidete er sogar die Weltkinder, die so fröhlich draufzu lebten. Hatten sie nicht wirklich Spaß? Aber, das war ein Gedanke, den er sich schnell wieder verbot.

Als dann das erste Kindchen in die Welt kam, kehrte erstmals so etwas wie wirkliches Glück in das Leben des jungen Paares ein. Das änderte sich aber schnell wieder als das Kind wuchs, und nicht immer nach den Wünschen der Eltern wollte. Aber die gute Erziehung machte sich doch bemerkbar, so dass es nicht dem Alkohol oder sonstigen schlimmen Lastern verfiel. Uns als es mit guten Noten die Lehre abschloß und auch gleich einen Arbeitsplatz fand, war man´s zufrieden.

Da Jesus sich bemühte gute Qualität zu liefern, das war er schließlich seinem Vater im Himmel schuldig, wuchs sein Einkommen immer mehr, so dass er sich bald ein nettes Häuschen bauen konnte. Freilich erlaubte ihm das nicht mehr so oft wie bisher in den Tempel zu gehen, wo er als idealistischer und frischbekehrter Jugendlicher so manche Hoffnungen geweckt hatte. Aber ein ordentliches Handwerk und überhaupt Arbeit waren ja etwas, was Gott ganz besonders schätzte. Für viel Gerede, wie es im Tempel geschah, oder überhaupt dem Denken, hatte er nicht viel übrig. Insgeheim sah er solche Leute, die sich viel Gedanken machten, als Müßiggänger an. Er packte lieber an. Wenn man ihn etwas zu Glaubensdingen fragte, wusste er nicht viel zu sagen. Das war ja auch nicht nötig. Man musste ja nur an den Vater glauben. Das meiste, was in der Bibel stand hielt er für überflüssig, da man es nicht verstehen konnte.

Freilich war die Bibel wichtig, denn sie war ja Gottes Wort. Sie musste auch regelmäßig gelesen werden. Beten musste man auch. Man konnte ja mit jedem Anliegen zum Vater kommen. Was der Vater wolle, fragte man natürlich auch. Da aber auf solche Fragen meist keine Antwort kam, blieben hauptsächlich die eigenen kleinen Wehwehchen und selbstverständlich die Bitte um Schutz. In der Welt konnte ja so vieles schiefgehen, was man so gern noch unternehmen wollte. Auf die Idee, daß man sich vielleicht um das Verständnis der Bibel und des Lebens bemühen sollte, um des Vaters Willen zu erfahren, kam selbst Jesus nicht.

Seine Predigten waren, aber das sagte niemand – man war ja gut erzogen – recht langweilig. Sie regten auch niemanden auf. Erstens hatte man schon tausendmal gehört, daß man liebevoll sein und die Sünden bekennen solle, und zweitens ist ja Liebe so zartfühlend, daß sie niemandem weh tut.

Besonders die alten Damen in der Bibelstunde wußten das zu schätzen. Da war er besonders einfühlsam. Schenkte anschließend mit so einem netten Lächeln Kaffee aus, sang schöne Lieder zur Unterhaltung, und bei einem Stück Kuchen ließ sich mit ihm angenehm plaudern.

Das wußten selbst die Weltkinder zu schätzen. Jesus hatte auch für sie immer ein freundliches Wort. Im Übrigen machte er sich um sie nicht viel Gedanken. Ich sagte ja bereits, daß er von dem, was er Grübelei nannte, nicht viel hielt. Gelegentlich kam ihm in den Sinn, dass die Weltmenschen ohne den Vater verloren seien. Dann zimmerte er ein Brett, was ihm nicht schwer fiel, schrieb darauf „Der Vater liebt Dich“, und zog damit durch die Straßen. Aber nicht allein. Das traute er sich doch nicht. Sondern er rief ein paar Getreue aus dem Tempel zusammen, die einen ähnlichen Spruch hochhielten. Manchmal nahmen sie auch ein paar Luftballons mit. So sah jeder, daß die Leute Gottes doch recht harmlos waren und auch Spaß verstanden. Wie gesagt, es war alles immer ganz nett.

Auf die Idee bei Jesus Heilung zu suchen ist natürlich keiner gekommen. Dafür hatte ja Gott die Ärzte und Psychiater gegeben. Die hatten schließlich studiert, und verstanden etwas von der Sache. Leute Gottes waren auch keine besseren Leute, oder welche, die irgendetwas zu bieten hätten, was Weltleute nicht haben. Sie konnten lediglich die Frohe Botschaft weiter sagen (siehe oben). Aber das hatte schon damals nicht viel Erfolg. Es wurde den Leuten nicht so richtig klar, weshalb sie einen Vater im Himmel brauchten. Ein Leben, daß keinen Beschränkungen unterworfen war, erschien sowieso schöner, als so vieles sich nicht zu getrauen und als sündig anzusehen, und wenn Gott ein Vater der Liebe war, kam man ja sowieso in den Himmel. Man mußte nur schnell vor der Löffelabgabe beichten. Aber weshalb war auch nicht richtig zu begreifen.

Das Verständnis der ganzen Sache förderte auch nicht, als man im Tempel kostspielige Stücke inszenierte und weltbekannte Musikgruppen aufspielten. Nur dass es hier meist kostenlos war. Und die Leute nett. Es gab keine Besäufnisse und Prügeleien.

Als Jesus älter wurde legte er sich einen Garten zu und setzte seine ganze Liebe darein. Es war wirklich ein Schmuckstück, das da entstand.

So starb Jesus schließlich im hohen Alter, umgeben von seinen Lieben und von Jedermann geachtet. Es war wirklich ein Verlust. Aber, das auf Grund seines Wirkens die Kirche entstanden sein soll, ist übertrieben. Er war doch wie jeder andere auch, und hat nichts Besonderes getan. Außer, daß er eben etwas netter war, als wir alle. Daß er am Kreuz für uns gestorben sei, ist nun schließlich vollends ein Märchen. Warum hätte ein netter Mensch, der niemandem etwas zu leide tat und höchstens in seiner Frömmigkeit gelegentlich übertrieb, am Kreuz sterben sollen? Nur Verbrecher wurden so bestraft. Keine guten Menschen. Wer Gott folgt, der hat von keinem Menschen etwas zu befürchten. Erst recht nicht vom Staat. Außerdem, ein Gott der Liebe opfert doch nicht seinen Sohn! Was wäre das für eine Liebe?

P.S. Ich hoffe, jeder hat verstanden, dass hier nicht vom echten Jesus die Rede war, sondern vom „Brief Christi“ (2. Kor. 3,3), wie er an vielen Christen abgelesen würde, wenn man die Bibel nicht hätte.